AUSSTELLUNGEN Jackett der Geschichte
Nicht tot ist der Mann, nur zurückgetreten. Aber weil das in der Welt des deutschen Schlagers aufs Gleiche hinausläuft, widerfährt Dieter Thomas Kuhn, 35, nur fünf Monate nach seinem Abschied vom Schnulzenschluchzen schon eine museale Retrospektive seines Lebenswerks. Im Stadtmuseum ehrt Tübingen seinen »großen Sohn« (Kulturamtschef Wilfried Setzler), besser bekannt als »Die singende Föhnwelle«, mit der Ausstellung »Dankeföhn«. Darin wird das Schaffen des Sängers mit Accessoires seiner Laufbahn dokumentiert. Neben einem Original-Brusthaar-Toupet präsentiert die Schau zebragestreifte Jacketts und die Einrichtung eines Hamburger Hotelzimmers, in dem der Frontmann des Schlagerrevivals wichtige künstlerische Eingebungen erfahren hat. Der Parodist wird damit den Kult um seine Kunstfigur ein letztes Mal aufwellen lassen - und dem bodenständigen Heimatmuseum wohl eine Rekordeinnahme bescheren. Während das Haus in normalen Jahren auf 15 000 bis 20 000 Besucher kommt, erwartet Kulturamtsleiter Setzler diese Zahl allein schon für die siebenwöchige Kuhn-Show bis zum 2. April.