»Jeffrey«. - DER SPIEGEL
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KINO IN KÜRZE »Jeffrey«.

• aus DER SPIEGEL 23/1996
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Der eine will nur kuscheln, der andere verlangt ein tagesfrisches Gesundheitsattest, ehe er den Geschlechtsverkehr vollzieht: In den Schwulenbetten New Yorks hemmt die Angst vor Aids massiv den Trieb. Der blonde Kellner Jeffrey (Steven Weber) beschließt gar kategorisch: nie wieder Sex. Das kann nicht gutgehen. Und das soll es auch gar nicht in dieser teils schrillen, teils hemmungslos kitschigen Filmrevue um Liebe, Tuntenschick und Flirts beim Leichenschmaus. Als Theaterstück geschrieben, das am Off-Broadway zum Hit wurde, hat »Jeffrey« den Wechsel auf die Leinwand (Regie: Christopher Ashley) einigermaßen unbeschadet geschafft. Die tragische Unterseite des Heiteren, die dem gegenwärtigen deutschen Filmklamauk so bitter fehlt, bleibt in »Jeffrey« schon dadurch immer gegenwärtig, daß der Lover fürs Leben oft auch der fürs Sterben wird: Als Jeffrey seinem Traumtyp begegnet, dem reizenden Steve (Michael T. Weiss), muß er erfahren, daß der HIV-positiv ist. Darum zaudert und jammert er herum, bis er fast seine Chance verpaßt und Steve verprellt hat. Aber der Autor von »Jeffrey«, Paul Rudnick, gilt nicht ohne Grund als Amerikas begabtester Nachwuchssatiriker: Jeder Träne folgt ein Gag, jeder Botschaft der blanke Unfug. Und am Ende spielt eine fast echte Mutter Teresa selbst zum ersten Tanz der beiden Verliebten auf.

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