Juju: Rapperin ist zurück und rechnet mit der Branche ab - DER SPIEGEL
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Hip-Hop in Deutschland Rapperin Juju ist zurück und rechnet mit der Branche ab

Geballte Wut in zwei Minuten und 15 Sekunden: Die Rapperin Juju feiert mit »Crashout Freestyle« ihr Comeback. Im Track klagt sie die Deutschrap-Szene an – für toxische Strukturen. Eine Fortsetzung folgt im August.
Juju (2019)
Juju (2019)

Juju (2019)

Foto: Raul Caro Cardenas / EPA

Es ist ein Comeback, auf das viele gewartet haben: Erstmals seit Jahren hat die deutsche Rapperin Juju, 33, eigene Musik veröffentlicht. »Crashout Freestyle« heißt ihr neuer Track. Darin berichtet sie, was in den vergangenen Jahren vorgefallen ist und fordert Respekt für ihre Pionierarbeit als Rapperin ein.

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»Ich wurde verarscht und ich wurde verkauft«, rappt die Musikerin zu Beginn des Tracks und spielt damit auf einen mutmaßlichen »Knebelvertrag« an. Von diesem hatte Juju in der Vergangenheit berichtet. Offenbar gab es Strukturen, die es ihr bis zuletzt nicht ermöglichten, selbstbestimmt Musik zu veröffentlichen.

Diese Zeit scheint jetzt vorbei zu sein: Am Ende des Musikvideos zu »Crashout Freestyle« kündigt die Musikerin für den 7. August ein neues Album an – ihr zweites seit »Bling Bling«, das sie 2019 veröffentlichte.

Vorbild für viele Rapperinnen

Juju heißt mit bürgerlichem Namen Judith Wessendorf und stammt aus Berlin-Neukölln. In den Zehnerjahren wurde die Künstlerin als Teil des Rap-Duos SXTN mit Tracks wie »Bongzimmer« und »Von Party zu Party« bekannt. Nachdem sich das Duo aufgelöst hatte, machte Juju als Solokünstlerin weiter und arbeitete unter anderem mit Henning May (AnnenMayKantereit) zusammen, aber auch mit Xavier Naidoo (»Freisein«, 2019), was ihr Kritik einbrachte.

SXTN  hat zu ihrer Zeit maßgeblich zur Sichtbarkeit von Frauen im Deutschrap beigetragen. Ihre Musik zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass sich die Musikerinnen einer derb-sexistischen und bis dahin männlichen Rap-Ästhetik bedienten. Damit drehten sie die bis dahin üblichen Rollenbilder im Rap um und leisteten in Deutschland Pionierarbeit.

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Viele Rapperinnen nahmen sich SXTN zum Vorbild und eigneten sich etwa abwertende Begriffe wie »Fotze« offensiv an (lesen Sie hier mehr dazu ). Dafür fordert Juju in »Crashout Freestyle« mehr Respekt: »Ja, ich hab's cool gemacht, dass Frauen rappen in Deutschland/Doch krieg’ keine Props, ja, ihr habt mich enttäuscht.«

atr