Bild der Woche: Was ist das? - DER SPIEGEL
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Bild der Woche Was ist das?

Die Zukunft gehört den Mutanten. Bei der Olympiade in Sydney konnten die ersten Tests für zukünftige Disziplinen beobachtet werden. Sehen wir hier Athleten beim Telekinese-Training?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Doping. Wie ein Gespenst treibt das böse Wort sein Unwesen in beinahe jeder aktuellen Olympia-Berichterstattung. Heimgesucht wagte "Die Zeit" unlängst auf ihrer Titelseite einen Blick in die mögliche Zukunft der sportiven Spiele und stellte fest, dass Doping schon in wenigen Jahren kein Thema mehr sein muss. Der Grund: Auf der Suche nach den Spuren von verbotener Leistungsstärkung würde man alsbald im Erbgut der Athleten zu suchen haben, bedenke man den rapiden Fortschritt in der Entschlüsselung des menschlichen Erbguts. Darauf stützend lehnte sich die Hamburger Wochenzeitung ein Stück weit aus den Redaktionsfenstern am Speersort und entwarf die Vision einer zweifachen Olympiade: Neben den Spielen für "Normale" könnte es ja schließlich künftig auch eine "Mutantenolympiade" geben, bei der den Superlativen, Leistungsschauen und Körperkuriositäten keine Grenzen mehr gesetzt wären.

Doch die Zukunft könnte näher sein, als man glaubt: Auch in Sydney wird offenbar bereits mit kommenden Olympia-Disziplinen experimentiert. Kategorie: Hirnsport. Genetisch "gedopte" Athleten wurden unlängst beim Telekinese-Training mit Tischtennisbällen beobachtet. Konzentriert und angestrengt schwitzend, offensichtlich noch ungeübt mit den neuen Fähigkeiten, versuchten die Sportler, ihre hohle Plastikkugel allein kraft mentaler Stärke in die Luft zu befördern. Wie immer beim olympischen Wettkampf gilt dabei: Go for Gold, wer länger hält.

Auch der hier zu sehende Tischtennis-Athlet Segun Toriola zählt offenbar zu den bisher nur wenigen Auserwählten, die derzeit mit den potenziellen neuen Olympia-Sportarten experimentieren und in Sydney zumeist - abgesehen von einigen Gewichthebern - inkognito auftreten. Wie unschwer zu erkennen ist, nutzte Toriola sein ansonsten spektakuläres Match gegen den Kanadier Johnny Huang, um seine telekinetischen "Skills" zu verfeinern. Hätte er sich lieber auf sein eigentliches Spiel in der "Normalo"-Disziplin am grünen Tennistisch konzentriert: Trotz aller Mühe verlor der Nigerianer mit 21:12, 12:21, 22:24, 21:19, 21:7. Die Zukunft könnte immerhin ihm gehören.