Bild der Woche Was ist das?
Man kann gar nicht oft genug daran erinnern, dass Weihnachten vor der Tür steht. Die Tage werden kürzer, glitschiges Laub macht die Fußwege zu Rutschbahnen, und in den Supermärkten stapeln sich Lebkuchen, Dominosteine und Marzipankugeln. Wer gern schenkt, holt schon einmal das rote Cape und den weißen Rauschebart aus dem Kleiderschrank, wer lieber Geschenke bekommt, reibt sich die Hände in Vorfreude.
Gerade die FDP wird in dieser Zeit von heftiger Unruhe ergriffen. Häufiger als sonst springen fallschirmbewehrte Möllemänner vom verhangenen Himmel, aus dem sie, kleinwüchsigen Heilsboten gleich, dem Wähler verheißungsvoll entgegenschweben. Kollege Westerwelle, von jeher mehr dem Irdischen zugeneigt, besucht den "Big Brother"-Container, um den ausgehungerten Insassen mit einem Fresskorb und Rachenputzern eine Freude zu bereiten.
Hinter all dem steckt zweifellos die tiefe Sehnsucht, geschätzt, geachtet, ja geliebt zu werden, wie es bislang nur einer erreicht hat: der Weihnachtsmann. Wäre Knecht Ruprecht kein rotbesockter Sozi, sondern ein Liberaler und könnte man die Bundestagswahlen im Dezember abhalten, so hätte man keine Probleme mit der von Möllemann anvisierten 18-Prozent-Hürde.
Noch besser wäre es allerdings für die FDP, wenn der Weihnachtsmann auf einem Laubhaufen ausrutschen würde und sich ein Bein bräche. Dann nämlich könnten Möllemann, Westerwelle und Gerhardt für ihn einspringen, an den Fassaden hochklettern und Fresskörbe, Whiskyflaschen und FDP-Prospekte in die Schornsteine werfen, bevor sie Hand in Hand mit dem Fallschirm wieder nach unten sprängen.
Aber leider ist das Leben nicht immer so, wie es sich die Liberalen vorstellen. Die Weihnachtsmänner auf unserem Foto sind bloße Dekoration, und in ihren Rucksäcken sind keine Fallschirme versteckt. Bleibt also alles beim Alten: Gerhardt darf keine roten Mützen tragen, Westerwelle muss weiter vor Fernsehstudios herumlungern. Und Möllemann - eigentlich schade - träumt wie gehabt im freien Fall von Hochprozentigem, statt es in unsere Kamine zu werfen.