Klaras Sicht der Dinge Explosion im Kondom
Man kennt das. Der Verkehr läuft auf Hochtouren, die Verschalung ist abgeworfen und liegt zerstreut auf dem Boden herum, der Puls schlägt aus und alles drängt hin zur Vereinigung der Menschen im Allgemeinen und der speziellen Körperteile im Besonderen. Doch dann schaltet der Verstand auf rot, ein Zwischenruf wird ausgestoßen. Und so wird an Plastikpäckchen rumgebissen, spitze Finger friemeln am Tütchen herum und das Handwerk mit der individuellen Stülpungsvariante nimmt seinen Verlauf. Unschön. Lusttötend. Beschämend.
Damit der Akt nicht zur Technik verkommt, damit Lust Freude macht, haben gewitzte Erfinder das so genannte Scherzkondom ersonnen. Klara ist nicht unbedingt Expertin auf dem Gebiet der Scherzartikel, aber sie kann sich gut vorstellen, dass es da allerhand spaßige Dinge gibt. Zum Beispiel das singende Kondom: Wenn man es entrollt, erschallt eine Fanfare, und der Höhepunkt wird mit "Freude schöner Götterfunken" instrumentiert. Oder, für die Soul-Fans: Hands off, Baby, hands off. Oder ein Rap, im Stil der Coolios: Motherfuckingmothersucker und so weiter. Köstlich. Herrlich. Irre lustig.
Klara fragt sich, ob die Scherzartikelindustrie ihre erfolgreichsten Renner auch auf Kondome übertragen hat. Erinnert sei an den Krapfen mit Senffüllung, an die Kackwurst aus Plastik und vor allem: die Zigarette mit eingebautem Knallfrosch. Zum Brüllen! Das findet jedenfalls ein Großteil der Menschheit, vor allem der deutsche, der ja weltweit gerühmt wird für seinen Humor. Und wenn er dann auch noch, wie momentan, zur Karnevalszeit entfesselt wird ha ha ha, helau und holdrio.
Jetzt wollen verschiedene Bundesbehörden den Spässlemachern unter uns die Freude am Akt allerdings verleiden. Die Scherzkondome böten, warnen sie, keinen ausreichenden Schutz. Nur die qualitätsgeprüften das sind die mit CE-Zeichen seien sicher. Und Klara ist ernstlich besorgt: Sollte da womöglich Senf im Präser sein? Oder zünden die Knallfrösche, nachdem man sie erfolgreich gestülpt hat?