Unsere kleine Mannschaft So ein Loddarleben!
Schreibe ich diese Kolumne oder nicht? Ich schreibe, ich schreibe nicht, ich schreibe, ich schreibe nicht, doch, bestimmt nicht, garantiert, niemals, ich doch nicht, nein, ich schreibe diese Kolumne nicht. Oder doch? Doch: Ich schreibe sie, ist doch schließlich meine Entscheidung. Was das mit Dir, lieber Leser, zu tun hat? Eigentlich nichts. Du denkst: Der nervt, soll er doch schreiben oder nicht, ist mir doch völlig egal. Richtig, und genauso geht es mir mit Lothar Matthäus.
Geht er oder geht er nicht? Er geht, er geht nicht, er geht, er geht nicht, er geht, er bleibt, er bleibt nicht, er geht nicht. Soll er doch gehen, denke ich, oder bleiben, ist mir doch egal. Warum muss er mich damit nerven? Und das über Monate. Und alle geben ihren Senf dazu: Hitzfeld, Hoeneß, Ribbeck, Rummenigge, Stillitano, Zambrano, Sakiewicz, Ljubic. Als gäbe es nichts Wichtigeres. Der Kerl ist 38!!!! Eigentlich müsste der schon längst Inhaber eines Sportwaren- oder Tabakladens sein. Der ist nicht die Zukunft der Bayern oder der Nationalmannschaft, höchstens noch der MetroStars, weil die so spielen, dass auch Manni Burgsmüller eine Verstärkung wäre.
Ich frage mich, ob Matthäus immer so lange braucht, um sich zu entscheiden. Spiele ich den Pass oder nicht? Kaufe ich diese Salatgurke oder nicht? Biege ich die nächste rechts ab oder nicht? Soll ich pinkeln oder nicht? Gehe ich mit Maren ins Bett oder nicht? Komme ich oder komme ich nicht? Und gehe ich nach Manhattan oder nicht? Und dann denke ich: Wie gut, dass ich nicht mit Lothar Matthäus zusammen bin. Das ist wahrscheinlich das einzig Positive an der ganzen Sache.
Lieber Lothar, ich kann Dir deine Entscheidung leider nicht abnehmen, aber ich kann Dir sagen, New York ist eine tolle Stadt, mit vielen Theatern, Kinos und Kneipen. Du wärst mit Maren zusammen, du könntest Englisch lernen und du wärst in deiner Mannschaft garantiert der Beste und das die nächsten zehn Jahre. Mit 50 noch kicken, das ist doch eine Perspektive! Lieber Lothar, geh nach Amerika, Maren würde sich sehr freuen. Und ich mich auch.