Käfer oder Killer - DER SPIEGEL
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VOLKSWAGEN Käfer oder Killer

• aus DER SPIEGEL 26/1966
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Überdurchschnittlich häufig, so mußte

sich VW-Chef Heinrich Nordhoff sagen lassen, sei der Volkswagen in Unfälle verwickelt. Es gebe »kaum ein gefährlicheres Automobil« als den Wolfsburger Käfer.

Die harte Kritik, öffentlich vorgebracht von dem US-Rechtsanwalt und Kreuzzügler gegen die Automobilindustrie, Ralph Nader (SPIEGEL 18/1966), blieb bis heute unbewiesen. Sie hatte auch nicht die geringste Auswirkung auf Nordhoffs größten Exportmarkt - im Gegenteil: In den ersten fünf Monaten verkaufte das VW-Werk in Amerika 169 707 Wagen (gegenüber 134 693 zur gleichen Zeit 1965), und im März stellte der VW mit 38 447 verkauften Wagen sogar einen neuen VW-Monatsrekord für die USA auf.

Dennoch will das VW-Werk geklärt wissen, ob Nader rechtens kritisierte Spätestens bis Anfang 1967, so gab Nordhoffs US-Organisation vor kurzem bekannt, soll wissenschaftlich untersucht werden, ob das in rund zwei Millionen Exemplaren nach den USA verkaufte Wolfsburger Erfolgsauto ein Käfer ist oder ein Killer.

»Wir wollen erfahren«, so erläuterte ein VW-Sprecher, »wie sich der VW bei den allgemeinen Unfällen ausnimmt.« Gegen ein Honorar von 120 000 Mark hat das »Cornell Aeronautical Laboratory« der Cornell-Universität in Buffalo (US -Staat New York) den Forschungsauftrag übernommen.

Um die Ursachen von VW-Unfällen und eventuell sogar typbedingte unfallträchtige Eigenschaften des Wagens zu ermitteln, analysieren die Unfallforscher exakte Daten von rund 800 VW-Unfällen.

Nur unter einer Bedingung nahmen die Unfallforscher ihre Arbeit auf: Das Volkswagenwerk müsse einverstanden sein, daß sie die Resultate der VW -Untersuchung veröffentlichen dürften, gleichgültig, wie sie ausfielen. Wolfsburg stimmte zu.

VW-Nachschub in Los Angeles

Unfälle werden analysiert

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