Ausgewählt Fatih Akin wird Oscar-Kandidat
München - Das Werk von Fatih Akin wurde von German Films, der Auslandsvertretung der deutschen Filmbranche, für den 80. Oscar-Wettbewerb ausgewählt. Aus den nationalen Beiträgen selektiert die Oscar-Akademie nun am 22. Januar 2008 fünf Filme, die an der Endrunde um den Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film teilnehmen.
Die Jury unter Vorsitz der Cutterin und Regisseurin Dagmar Hirtz befand, dass der Film mit der von Akin erzählten Liebes- und Familiengeschichte zwischen Deutschen und Türken durch seinen "dramaturgischen Aufbau, seine visuelle Gestaltung und seine gefühlvolle Inszenierung" überzeuge. Akins selbstironischer Kommentar zur Oscar-Nominierung: "Ich freue mich sehr. Ein Glück, dass Tom Tykwer 'Das Parfum' auf Englisch gedreht hat."
Verliehen werden die Oscars am 24. Februar 2008 in Los Angeles. Bei der letzten Verleihung 2007 hatte Florian Henckel von Donnersmarck für sein Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" mit dem inzwischen verstorbenen Ulrich Mühe in der Hauptrolle den Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhalten.
Langsamer, melancholischer Episodenfilm
In dem Film, der am kommenden Donnerstag in den deutschen Kinos anläuft, wird eine ungewöhnliche Liebes- und Familiengeschichte zwischen Deutschen und Türken erzählt. Ruhig, langsam und melancholisch erzählt der in drei Episoden unterteilte Film von sechs Schicksalen zwischen Istanbul, Bremen und Hamburg, die über zwei tragische Todesfälle miteinander verwoben werden.
"Auf der anderen Seite" ist der zweite Teil einer auf drei Filme angelegten Reihe, die Akin "Liebe, Tod und Teufel" nennt. Die Liebe war das Thema des erhitzten, rebellischen "Gegen die Wand"; der Tod spielt eine übergeordnete Rolle in Akins neuem Film.
"Auf der anderen Seite" hatte bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes Premiere, wo er den Preis für das beste Drehbuch und den Preis der Ökumenischen Jury erhielt. Darstellerin Hanna Schygulla, 63, sagte damals auf einer Pressekonferenz: "Er hat mich an den jungen Fassbinder erinnert." Zudem startete Akins Kino-Erzählung im Wettbewerb der Filmfestivals von Bangkok, Manila und Toronto.
Im Wettbewerb um die Vornominierung zum Oscar setzte sich Akins Film gegen sechs Konkurrenten durch. Im Rennen waren "Am Ende kommen Touristen" von Robert Thalheim, "Das Haus der schlafenden Schönen" von Vadim Glowna, "Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" von Dani Levy, "Strajk - Die Helden von Danzig" von Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff, "Vier Minuten" von Chris Kraus und "Winterreise" von Hans Steinbichler.
ssu/AP/dpa/ddp