Bayerischer Filmpreis Gloomy Sunday räumt ab
München - Gleich zwei Pierrots heimste bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises im Münchener Cuvilliés-Theater die melancholische Dreiecksgeschichte "Gloomy Sunday: Ein Lied von Liebe und Tod" ein. Der Hamburger Rolf Schübel erhielt für seine "große Leistung" bei der Romanverfilmung aus dem Budapest der vierziger Jahre den mit 60.000 Mark dotierten Regiepreis, Edward Klosinski bekam für die "unaufdringlich subtile Bildgestaltung" den mit 30.000 ausgestatteten Kamerapreis.
Der Produzentenpreis (insgesamt 500.000 Mark) ging zu gleichen Teilen an Peter Schamoni und Rob Houwer für den außergewöhnlichen Dokumentarfilm über Kaiser Wilhelm II "Majestät brauchen Sonne" sowie an die Münchnerin Doris Dörrie für ihren Film "Erleuchtung garantiert". Der mit insgesamt 800.000 Mark ausgestattete "Bayern- Oscar" der bayerischen Staatsregierung ist die höchstdotierte Filmauszeichnung eines Bundeslandes. Er wurde dieses Jahr zum 21. Mal vergeben.
Als bester männlicher Hauptdarsteller wurde Uwe Ochsenknecht für seine Rollen in "Erleuchtung garantiert" und "Fußball ist unser Leben" (Tomy Wigand) ausgezeichnet. Ebenfalls 30.000 Mark erhielt Martina Gedeck für ihre "schnörkellose, gradlinige und absolut wahrhaftige" Darstellung in Anno Sauls Familiendrama "Grüne Wüste".
Den Preis für Nachwuchsregie (40.000 Mark) erhielt Veit Helmer für seine dramatische Liebeskomödie "Tuvalu". Dem Absolventen der Münchner Filmhochschule sei ein mutiger Film gegen die üblichen Sehgewohnheiten gelungen, befand die Jury: "Ein cineastisches und zugleich kosmopolitisches Meisterwerk eines außergewöhnlichen Regietalents."
Romuald Karmakar und Bodo Kirchhoff wurden für den Film "Manila" mit dem Drehbuchpreis (40.000 Mark) gewürdigt. Die beiden Autoren hätten riskant, unerbittlich und ohne Anbiederung an das Publikum eine Charakterstudie über Deutsche in einem der begehrtesten Sex- Touristenländer der Welt erstellt, hieß es.
Die Preise für die besten Nebenrollen (jeweils 25.000 Mark) gingen an Gottfried John für seinen würdig-komischen Cäsar in der europäischen Gemeinschaftsproduktion "Asterix & Obelix gegen Cäsar" sowie an Marita Marschall für ihre anrührende Rolle der Sportlerbraut in "Fußball ist unser Leben". Als talentierter Nachwuchsschauspieler (20.000 Mark) wurde Florian Lukas für seine Jungen-Darstellung in "Absolute Giganten" und "St. Pauli Nacht" ausgezeichnet.
Den undotierten Ehrenpreis des Ministerpräsidenten erhielt Liselotte Pulver für ihre Lebensleistung. Nach Meinung der Juroren hat die gelernte Theaterschauspielerin den deutschen Nachkriegsfilm mit bezauberndem Charme, entwaffnender Fröhlichkeit, großem Talent und solidem Können geprägt.
Das Produktionsduo Becker & Häberle bekam den mit 100.000 Mark dotierten Preis der Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmrechten (VGF) für die schräge Krimikomödie "Bang Boom Bang". Die Auszeichnung wurde zum sechsten Mal im Rahmen des Bayerischen Filmpreises vergeben.