Ben Becker Als Bösewicht im letzten Bond?
Berlin - "Mit Mitte 40 will ich den Bösewicht in 'James Bond' spielen. Da haben wir Deutschen ja Tradition. Irgendwann bin ich da mal fällig. Und das wird dann der letzte Bond-Film - diesmal gewinnt der Böse." So vollmundig bewarb sich Schauspiel-Rowdy Ben Becker ("Comedian Harmonists") in einem Interview mit der Zeitschrift "Bunte" für eine Rolle in einem internationalen Blockbuster. Becker als ultimativer Schurke auf den Spuren von Gert Fröbe, Curd Jürgens, Gottfried John und Götz Otto? Man wird sehen...
Doch auch ohne 007-Rolle scheint der Schauspieler, Musiker und Autor gut beschäftigt. Derzeit wirbt Becker für den im September anlaufenden neuen Film "Sass". In dem Streifen spielt er mit Jürgen Vogel ein Ganoven-Brüderpaar, das im Berlin der zwanziger Jahre populär geworden ist. Auch Beckers neue CD ist fertig, die er mit seiner Band "Zero Tolerance" aufgenommen hat: "Wir heben ab" soll Ende August in den Handel kommen.
Der Illustrierten "Bunte" verriet Becker zudem, er plane, nach Island zu ziehen. "Ich kann ja das Sonnenlicht nicht so gut vertragen", sagte er und: "Ich fände Reykjavík gut. Da will ich leben. Meine Tochter soll dort eingeschult werden." Guter Plan eigentlich, hat aber wohl noch ein bisschen Zeit. Beckers Tochter wird im September erst ein Jahr alt.
Dementsprechend buk der Schauspieler nur wenige Tage zuvor im Berliner "Tagesspiegel" kleinere Brötchen: "Ich will zurück in den Westen, nach Kreuzberg", sagte der in Berlin Mitte lebende Becker dem Blatt und schimpfte auf das "Telekom-Berlin", zu dem der Bezirk Mitte verkommen sei: "Diese glatt polierten Edelfassaden finde ich potthässlich, die erzählen mir keine Geschichten." Kreuzberg hingegen sei für ihn ein stärker gewachsener Stadtteil und damit interessanter. Sein Verhältnis zu seiner Heimatstadt Berlin sei aber ungebrochen: "Ich mag die Stadt unheimlich", sagte Becker. Muss Reykjavík dann also doch noch länger warten?