Berlin Kühler Empfang für "Marlene"
Das Publikum reagierte auf den Film mit Katja Flint in der Hauptrolle freundlich, aber lediglich mit verhaltenem Klatschen. Unter den Premierengästen war auch der aus den USA angereiste Enkel von Marlene Dietrich, Peter Riva. Regisseur Joseph Vilsmaier ("Comedian Harmonists") verteidigte sein Werk nach der Premiere am Dienstagabend gegen seine Kritiker. "Marlene zu verfilmen, ist das Schwierigste. Man kann es auch ganz anders machen", sagte Vilsmaier. Er stehe jedoch zu seiner Arbeit. Von zahlreichen Kritikern war die Regie als zu klischeehaft bezeichnet worden.
Star des Abends war Hauptdarstellerin Katja Flint, die mit ihrer Darstellung einen Einblick in das Schicksal des "Blauen Engel" gibt. Die Premiere konnte erst mit halbstündiger Verspätung beginnen, weil Flint in ihrem bauchfreien "Marlene"-Kleid immer wieder Autogramme geben und für Fotografen und Kameras posieren musste. Zu der weißen Robe mit tausenden von Perlenfransen und Strasssteinen trug sie einen originalen Film-Mantel aus Marabufedern. "Ich bin sehr, sehr aufgeregt", gestand Flint.
Zur Premiere erschienen auch zahlreiche Prominente aus der Filmbranche. Mario Adorf antwortete auf die Frage, ob es eine zweite Marlene überhaupt geben könne, mit einer Gegenfrage: "Kann es einen Hamlet neben Hamlet geben, einen Othello neben Othello?" Arm in Arm schritten die Schauspielerin Corinna Harfouch und Filmproduzent Bernd Eichinger über den roten Teppich im Cinestar. Modeschöpfer Wolfgang Joop, im orangefarbenen Dufflecoat, kam mit seiner Tochter Jette.
Der Film begleitet die Diva über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren: von der Entdeckung Marlenes für "Der blaue Engel" über die dreißiger Jahre in Hollywood bis zum Berlin-Besuch nach Kriegsende. Bis in die Nebenrollen hat Vilsmaier seinen Film prominent besetzt. An der Seite von Flint spielen unter anderem Heino Ferch, Susanne von Borsody, Christiane Paul, Heiner Lauterbach, Götz Otto, Herbert Knaup und Armin Rohde.