Box Office 19.11.2012 - DER SPIEGEL
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Box Office: "Breaking Dawn" beißt sich nach oben

Foto: AP/ Summit Entertainment

Box Office Vampir-Dämmerung für 007

"Breaking Dawn (Teil 2)" schiebt sich an die Spitze der US-Kinocharts - damit verdrängen die Teenage-Blutsauger der "Twilight"-Saga den guten alten James Bond vom ersten Platz. In Deutschland läuft "Cloud Atlas" gut an - kann aber dem erfolgreichsten 007 aller Zeiten den ersten Platz nicht streitig machen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

USA

1. Gewinner der Woche

Satte 141,3 Millionen US-Dollar spielte die fünfte Folge der "Twilight"-Serie ein - anderthalb Millionen weniger als das zweite Sequel "New Moon - Bis(s) zum Morgengrauen", aber fast dreieinhalb Millionen mehr als der Vorgänger "Breaking Dawn (Teil 1)".

Dass 79 Prozent des US-Publikums weiblich waren, ist bei der Teenage-Vampirsaga nicht allzu überraschend. Tatsächlich stellt der US-Branchendienst "Box Office Mojo " fest, dass "Breaking Dawn (Teil 2)" mehr männliche Zuschauer in die Kinos lockte als alle "Twilight"-Filme zuvor. Etwa 50 Prozent der Kinogänger, die den Filme sehen wollten, waren jünger als 25 Jahre.

International ist "Breaking Dawn (Teil 2)" allerdings schon jetzt der populärste der "Twilight"-Filme: Am ersten Wochenende in England, Australien, Russland, Frankreich, Italien, Spanien, Südkorea und Lateinamerika lag der Film rund 38 Prozent über seinem Vorgänger. Und der Filmstart in Deutschland, Japan und China steht noch an.

James Bonds neues Abenteuer "Skyfall" spielte immerhin noch 41,5 Millionen Dollar ein - 53 Prozent weniger als in der Vorwoche. Längst ist klar: Der neue Bond wird der erfolgreichste aller Zeiten werden. Die Marke von 168,4 Millionen US-Dollar - so viel brachte der Vorgänger "Ein Quantum Trost" ein - wird "Skyfall" vermutlich Mitte der Woche überholen, so die Einschätzung von "Box Office Mojo".

2. Verlierer der Woche

Verlierer wäre übertrieben - aber so richtig durchgestartet ist David O. Russells Tragikomödie "Silver Linings Playbook" noch nicht. Die Romanze, in der Bradley Cooper und Jennifer Lawrence zwei psychisch kranke Menschen spielen, die zueinanderfinden, lief als Preview in 16 Kinos in den USA an - brachte hier aber nur 458.000 Dollar ein. Zum Vergleich: Russells letzter Film "The Fighter" mit Mark Wahlberg und Christian Bale brachte an seinem Preview-Wochenende 2010 in nur vier Kinos rund 300.000 Dollar ein. "Silver Linings Playbook" wird am Mittwoch in 420 Kinos in den USA starten.

3. Zahl der Woche

Der erfolgreichste James-Bond-Film aller Zeiten und die Popularität der "Twilight"-Saga machen es möglich. Die zwölf ersten Plätze der US-Kinocharts spielten von Freitag bis Sonntag 237 Millionen US Dollar ein - womit das abgelaufene Wochenende als das sechsterfolgreiche der Geschichte in die Annalen eingehen darf.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

Die Deutschen stürmen auch am dritten Wochenende in Massen die Kinos, um "Skyfall" zu sehen. Bereits am Samstag überholte der 23. Bond-Film seinen Vorgänger "Ein Quantum Trost", der vor vier Jahren 4,7 Millionen Besucher anlockte, berichtet das Branchenmagazin "Blickpunkt:Film". Am Sonntag knackte Daniel Craig in Deutschland die 5-Millionen-Zuschauer-Marke.

Doch auch der groß beworbene, von der Kritik allerdings nicht sonderlich wohlwollend rezensierte Film "Cloud Atlas" von Tom Tykwer und den Geschwistern Lana und Andy Wachowski lief gut an: Mit einer Viertelmillion Zuschauern kam der teuerste Film aller Zeiten aus deutscher Produktion auf Platz zwei der deutschen Kinocharts.

2. Verlierer der Woche

Etwas müde sah das erste Wochenende für den britisch-südafrikanischen Science-Fiction-Film "Dredd" aus: Die Comicverfilmung in 3D um den maskierten Polizisten-Richter-Vollstrecker Judge Dredd schaffte es zwar in die Top Ten - aber nur knapp 100 Zuschauer pro Kino wollten den Film am Wochenende sehen.

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Eine unglaubliche Geschichte, ein drückend intensiver Dokumentarfilm: In "Con mi corazón en Yambo " ("Mit meinem Herzen im Yambo") hat die ecuadorianische Filmemacherin María Fernanda Restrepo eine Dokumentation über ihre beiden Brüder gedreht, die 1988 von der Polizei verschleppt wurden und nie wieder auftauchten. Über zwei faszinierende Stunden lang verfolgt Restrepo den Kampf der Eltern - und ihren eigenen - im Sumpf von polizeilicher und politischer Kungelei und Vertuschung, um die Wahrheit über den Tod der Brüder herauszufinden. In Ecuador hat der Film eine Staatsaffäre ausgelöst, in Deutschland lief er bisher nur auf dem Leipiziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm und wird bei ausgewählten Gelegenheiten wie etwa den "Lateinamerika Filmtagen " in Hamburg zu sehen sein.