Box Office Anziehende Elementarteilchen
Los Angeles/Hamburg - Nur wenige Wochen nach Martin Lawrence in "Big Momma's House 2" schaffte es am vergangenen Wochenende erneut ein afroamerikanischer Komiker in Frauenklamotten an die Spitze der US-Kinocharts. Es ist bereits der zweite Streich des in Deutschland weitgehend unbekannten Theater-Dramatikers Tyler Perry. Genau vor einem Jahr stürmte Perry als pistolenbewehrte Grandma Madea in "Diary of a Mad Black Woman" schon einmal das Box Office. Mit seiner neuen Komödie "Madea's Family Reunion" setzte er nun in den ersten drei Tagen 30,3 Millionen Dollar um, der erste US-Film in diesem Jahr mit einem so hohen Startumsatz. "Diary of a Mad Black Woman", 2005 ein Überraschungserfolg, brachte es damals aus dem Stand auf 21,9 Millionen Dollar.
Die weiteren Neustarts des Wochenendes waren dagegen recht glücklos: Der von der Weinstein Company produzierte Animationsfilm "Doogal" , u.a. mit den Stimmen von Chevy Chase, Judi Dench und Kylie Minogue, schaffte es mit 3,6 Millionen Dollar Umsatz nur auf Platz acht; der Thriller "Running Scared" mit Paul Walker brachte es gar nur auf 3,1 Millionen Dollar und landete auf Platz neun.
Dazwischen rangieren die altbekannten Publikumsrenner der vergangenen Wochen: Disneys Schlittenhund-Abenteuer "Eight Below" rutschte mit 15,7 Millionen Dollar vom ersten auf den zweiten Platz; "Pink Panther" schaffte in seiner dritten Woche noch einmal solide 11,3 Millionen Dollar (Platz drei). Das in der vergangenen Woche gestartete "Date Movie" landete mit 9,2 Millionen Dollar auf Rang vier, gefolgt von dem Animationsfilm "Curious George" (7 Millionen Dollar) und dem ebenfalls vor einer Woche angelaufenen Thriller "Firewall" (6,28 Millionen Dollar).
Auch in Deutschland gab es Bewegung an der Chartspitze. Oskar Roehlers Houellebecq-Verfilmung "Elementarteilchen" schaffte - dank Starbesetzung und Berlinale-Trubel - mit 155.000 Besuchern den Sprung auf den ersten Platz (302 Kopien). Das ist laut Branchenmagazin "Blickpunkt: Film" zwar die besucherschwächste Nummer eins seit August vergangenen Jahres, als "Der verbotene Schlüssel" mit 129.403 Zuschauern anlief, aber immerhin gelang es mal wieder einem deutschen Film, den Spitzenplatz einzunehmen. Es ist auch die erste Nummer eins in der Karriere von Regisseur Oskar Roehler ("Der alte Affe Angst").
Platz zwei ging an einen weiteren Neustart: Stephen Gaghans Ölgeschäft-Thriller "Syriana" versammelte mit 351 Startkopien rund 135.000 Zuschauer. Auf Rang drei folgt "Die wilden Hühner" mit ungefähr 125.000 Zuschauern in der dritten Woche. Auf Platz vier landete die dauerhaft gut besuchte Johnny-Cash-Biografie "Walk the Line" mit 110.000 Besuchern. Die Top Fünf beschließt der Horror-Thriller "Saw 2" mit etwas mehr als 80.000 Besuchern.
Erst auf Platz 15 findet sich der nächste Neustart: Die US-Komödie
"Im Dutzend billiger 2" (148 Startkopien) lockte 40.000 Kinogänger, der US-Thriller
"Entgleist" (209 Startkopien) kam trotz Starbesetzung (Clive Owen, Jennifer Aniston) mit rund 35.000 Zuschauern nur auf Platz 16. Marc Forsters mit 52 Kopien gestarteter Film
"Stay" versammelte nur 10.000 Zuschauer.
bor/AP