Box Office: Asiatische Schreckensherrschaft - DER SPIEGEL
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Box Office Asiatische Schreckensherrschaft

Halloween naht: Der Grusel-Schocker "The Grudge", Remake eines japanischen Horrorfilms, hat die amerikanischen Kinogänger am Wochenende in seinen Bann gezogen. In Deutschland ringen Haie und Agenten um den Spitzenplatz der Kinocharts.
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Los Angeles/Hamburg - Für Columbia Pictures war es eine handfeste Überraschung: "Wir wären schon in Ekstase verfallen, wenn wir 20 Millionen Dollar erreicht hätten", sagte Rory Bruer, Präsident des Inlandvertriebs, gegenüber CNN. "The Grudge" jedoch, ein US-Remake des japanischen Gruselschockers "Ju-on", spielte gleich doppelt so viel ein: 40 Millionen Dollar setzte das Low-Budget-Movie von Freitag bis Sonntag um - und verbannte den bisherigen Spitzenreiter "Shark Tale" auf den zweiten Rang der Box-Office-Charts.

"The Grudge" erzählt die Geschichte einer amerikanischen Krankenschwester ("Buffy" Sarah Michelle Gellar), die in Tokio arbeitet und dort auf einen unheimlichen Fluch stößt, der ihre Patienten der Reihe nach in einen in jeder Hinsicht tödlichen Wutanfall versetzt. Der Regisseur des japanischen Originals, Takashi Shimizu, hat auch gleich das amerikanische Remake seines Schockers übernommen, der die Tradition ähnlicher Asien-Gruselfilme wie "Ringu" ("The Ring") fortführt.

Dreamworks' Animations-Spektakel "Shark Tale" ("Große Haie, kleine Fische") verlässt den Box-Office-Thron nach drei Wochen mit einem Wochenendergebnis von 14,3 Millionen Dollar. Insgesamt spielte das Hai-Abenteuer in den USA bisher 136,9 Millionen Dollar ein.

Nicht ganz so erfolgreich zeigte sich das Dreamworks-Studio mit seinem neuen Spielfilm "Surviving Christmas", einer Weihnachtsklamotte mit "Sopranos"-Star James Gandolfini und Ben Affleck. Das Slapstick-Spektakel setzte in seinen ersten drei Tagen nur 4,5 Millionen Dollar um, was für Platz sieben reichte. Vielleicht lag's am Starttermin: Erst kommt Halloween, dann Weihnachten.

Ein weiterer Neuzugang in den Top Ten ist David O. Russells Komödie "I Heart Huckabees", die mit Stars wie Jude Law, Isabelle Huppert und Jason Schwartzman besetzt ist. Der Film läuft bereits seit vier Wochen in den US-Kinos, konnte sich bisher aber vor allem in College-Städten durchsetzen. Regisseur Russell wurde bekannt mit seinem Independent-Hit "Flirting With Disaster" und der Kriegs-Parodie "Three Kings".

Rang drei der US-Charts belegt die Tanzkomödie "Shall We Dance?" ("Darf ich bitten?") mit Richard Gere und Jennifer Lopez (8,6 Millionen Dollar Umsatz in der zweiten Woche). Das Fußball-Drama "Friday Night Lights" mit Billy Bob Thornton fiel vom zweiten auf den vierten Platz mit sieben Millionen Dollar Umsatz; die Marionetten-Satire "Team America" sackte nach dem enttäuschenden Start der letzten Woche um zwei weitere Plätze und belegt mit einem Wochenend-Umsatz von 6,6 Millionen Dollar den fünften Rang.

In Deutschland lieferten sich derweil zwei Filme ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Zuschauergunst. Der neu gestartete Thriller "Die Bourne-Verschwörung" mit Matt Damon trat gegen den Spitzenreiter der Vorwoche, die Animationskomödie "Große Haie, kleine Fische".

Die Fortsetzung des Agentenfilms "Die Bourne Identität" ging mit 540 Kopien an den Start und lockte laut Branchenblatt "Blickpunkt: Film" nach ersten Schätzungen rund 330.000 Besucher ins Kino. Teil eins war vor zwei Jahren noch mit 408.687 Zuschauern angelaufen und hatte insgesamt 1,6 Mio. Kinogänger angelockt. Anders als in den USA konnte sich die Fortsetzung also nicht verbessern.

"Große Haie - kleine Fische" könnte - an Besucherzahlen gemessen - womöglich besser abgeschnitten haben: Etwa 340.000 Kinogänger sorgten dafür, dass der Animationsfilm an seinem zweiten Wochenende die Eine-Million-Zuschauer-Hürde nahm. Um Platz drei kämpfen unterdessen Bernd Eichingers "Der Untergang" und Steven Spielbergs "Terminal": Beide Filme kommen nach vorläufigen Zahlen auf ein Ergebnis von etwas mehr als 210.000 Kinogängern. Die Top fünf vervollständigt "Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen", der mit rund 115.000 Besuchern abermals sechsstellige Besucherzahlen schreibt.

Außer der "Bourne-Verschwörung gab es keine weiteren Neulinge in den Top Ten: Francois Ozons "Fünf mal Zwei" (67 Startkopien) landete mit etwa 30.000 Besuchern auf Platz zwölf; "Sehnsüchtig" (156 Startkopien) mit ca. 25.000 Zuschauern auf Platz 13; und die John-Irving-Verfilmung "The Door in the Floor" (38 Startkopien) mit ungefähr 15.000 Kinogängern auf Platz 17. Insgesamt strömten am Wochenende ungefähr 1,8 Millionen Menschen in die deutschen Kinos.

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