Box Office: Biss zur Spitze - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Box Office Biss zur Spitze

Vampir auf Rekordjagd: In den USA überraschte die Bestseller-Verfilmung "Twilight - Biss zum Morgengrauen" mit einem 70-Millionen-Dollar-Start. Auf den deutschen Leinwänden ging es auch blutig, aber weniger romantisch zu: Gegen James Bond hatte Leonardo DiCaprio keine Chance.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg/Los Angeles - Ein Blutsauger verblüfft die Box-Office-Experten: "Twilight - Biss zum Morgengrauen" übertraf an seinem US-Startwochenende selbst die optimistischsten Vorhersagen. Die Filmadaption des ersten Teils der Jugendbuch-Bestseller-Reihe von Stephenie Meyer schoss laut "Blickpunkt:Film" mit 70,6 Millionen Dollar in 3419 Kinos an die Spitze der Kinocharts.

Der Film über die problembeladene Liebe zwischen der Highschool-Schülerin Bella und einem smarten, aber blutdürstigen Vampir überflügelte sogar den Bond-Film "Ein Quantum Trost", der in seiner zweiten Woche in den US-Kinos nur noch auf Platz zwei kam.

Das gute Ergebnis von "Twilight" überraschte US-Analysten, weil die Vampirliebesgeschichte nicht nur bei der Zielgruppe jugendlicher Mädchen punktete, sondern auch Erwachsene in die Kinos lockte: 45 Prozent des Umsatzes wurden mit über 25-Jährigen erzielt.

Regisseurin Catherine Hardwicke hat damit das beste Ergebnis einer weiblichen Filmemacherin am Startwochenende erreicht. Der unabhängige Verleih Summit Entertainment kündigte umgehend eine Kinofortsetzung an. Drei weitere Bände der Meyer-Saga stehen noch zur Verfügung.

Auch "Bolt - Ein Hund für alle Fälle", der neue Disney-Animationsfilm, musste unter dem "Twilight"-Erfolg leiden. Zwar lief der Familienfilm mit 27 Millionen Dollar in 3651 Kinos ordentlich, aber deutlich unter den Erwartungen an. Die von der Kritik überraschend wohlwollend aufgenommene Tierkomödie landete nur auf Platz drei und damit noch hinter "Ein Quantum Trost", der am zweiten Wochenende 27,4 Millionen Dollar einspielte.

Dahinter folgt ein weiterer Animationsfilm: "Madagascar 2" kam mit 16 Millionen Dollar auf Platz vier. Das Sequel des DreamWorks-Films hat nach dem dritten Wochenende bereits 137,4 Millionen Dollar eingespielt.

Schwächster Start für DiCaprio seit "Titanic"

In Deutschland blieb auch am dritten Wochenende alles beim Alten, das heißt bei James Bond. Trotz nachlassendem Zuspruchs setzte sich "Ein Quantum Trost" mit 450.000 verkauften Tickets an die Spitze der Charts. Insgesamt haben den Film nun 3,7 Millionen deutsche Zuschauer gesehen.

Den zweiten Platz teilen sich zwei Neulinge: Ridley Scotts "Der Mann, der niemals lebte" (414 Kinos) mit Leonardo DiCaprio und "Max Payne" (399 Kinos) mit Mark Wahlberg kamen auf jeweils 140.000 Zuschauer. Für DiCaprio war es der schwächste Start eines Films, seitdem er mit "Titanic" zum Superstar wurde. Wahlberg war mit "Max Payne" etwa ebenso gut wie mit seinem Sommertitel "The Happening".

Auf Platz vier hält sich die französische Komödie "Willkommen bei den Sch'tis", die es auf 110.000 Kinogänger brachte und damit "High School Musical 3" mit 80.000 Zuschauern auf Distanz hielt. Erstmals seit Mitte September konnte sich keine deutsche Produktion unter den ersten Fünf plazieren (der Fantasyfilm "Krabat" landete auf Platz sieben).

"Die osmanische Republik" kam mit nur 35 Kopien und knapp 35.000 Besuchern in die Top Ten, der neu gestartete Horrorfilm " The Strangers" (194 Kopien) landete mit 30.000 Zuschauern lediglich auf Platz 13.

chc

Mehr lesen über

Verwandte Artikel