Box Office Breakdancer trotzen der Superbowl-Flaute
New York - Ein Überraschung ist der Kinokassen-Erfolg von "You Got Served" allemal. Der Film über die kürzlich zersplitterte R&B-Band B2K, eine Gruppe von Breakdancern aus Los Angeles fiel zwar bei der Kritik durch, fand mit seinen Hip-Hop-Tanzszenen aber viel Zuspruch bei Teenagern in den USA und Kanada. Allerdings brauchte es auch nur einen Umsatz von 16 Millionen Dollar, um am vergangenen Wochenende den Spitzenplatz der Box-Office-Charts zu erobern. Hollywood hatte seine Erwartungen wegen des so genannten Superbowl-Sonntags - des Endspiels der US-Footballsaison - generell herabgeschraubt.
Die romantische Komödie "Along Came Polly" mit Jennifer Aniston und Ben Stiller schaffte es, sich nach ihrer Niederlage vor einer Woche gegen den Science-Fiction-Thriller "The Butterfly Effect" (mit Ashton Kutcher) durchzusetzen. "Polly" blieb mit 10 Millionen Dollar (insgesamt nach drei Wochen: 66,7 Millionen) auf Platz zwei - allerdings nur mit einem ganz knappen Vorsprung von 150.000 Dollar. "The Butterfly Effect" fiel in seiner zweiten Woche vom ersten auf den dritten Rang (insgesamt: 32,4 Millionen Dollar Umsatz).
Die Nominierung der Oscar-Kandidaten in der vergangenen Woche verhalf vor allem dem Frontläufer dieser Saison, dem Film "Der Herr der Ringe: Rückkehr des Königs", zu neuem Publikum. Er platzierte sich an diesem Wochenende mit Einnahmen von 5,3 Millionen Dollar auf Rang vier. Das bisherige Einspielergebnis von 345,3 Millionen Dollar allein in den USA und Kanada macht den dritten Teil der Ringe-Trilogie zum erfolgreichsten Film der Reihe. Teil zwei, "Die zwei Türme", hatte 2002 "nur" 341,7 Millionen Dollar in Nordamerikas Kinokassen gespielt.
Aber auch den bis dato in Amerika erfolgreichsten Film des vergangenen Jahres konnte "Die Rückkehr des Königs" in die Schranken verweisen: Disney/Pixars "Finding Nemo" bleibt mit einem Gesamteinspielergebnis von 339,7 Millionen Dollar in den USA und Kanada hinter Peter Jacksons Fantasy-Spektakel zurück.
Für zwei weitere Neustarts wurde das besucherarme Superbowl-Wochenende indes zum Verhängnis. Owen Wilsons neue Krimi-Komödie "The Big Bounce" (Regie: George Armitage) floppte mit einem Umsatz von 3,3 Millionen Dollar und landete auf Platz 12. Etwas besser schnitt die Teenager-Komödie "The Perfect Score" (mit Scarlett Johansson und Erika Christensen) ab. Der neue Film mit der "Lost In Translation"-Hauptdarstellerin Johansson eroberte Rang fünf mit einem mageren Einspielergebnis von fünf Millionen Dollar.
In Deutschland verteidigte unterdessen das Frauen-Drama "Mona Lisas Lächeln" die Spitzenposition der Kinocharts: Mit etwa 300.000 Besuchern hielt der Film mit Julia Roberts den ersten Platz. Nach zwei Wochen Laufzeit wurde der Film bereits von 800.000 deutschen Kinogängern gesehen, wie das Branchenblatt "Blickpunkt Film" berichtet.
Wenig Neues auch auf den nächsten drei Rängen: "Die Geistervilla" mit Eddie Murphy lockte am vergangenen Wochenende ca. 220.000 Zuschauer in die Kinos und hält bei 565.000 Besuchern, Tom Cruise als "Last Samurai" brachte sein Gesamtergebnis mit 180.000 Wochenendbesuchern auf 1,8 Mio. Besucher, Peter Jacksons "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" steht nach 150.000 Zuschauern an diesem Wochenende sogar knapp vor dem Sprung über die Zehn-Millionen-Zuschauer-Marke.
Auf Rang fünf platzierte sich mit "Underworld " (310 Startkopien) ein Neustart. Das Fantasy-Actionspektakel über Vampire und Werwölfe wurde von ungefähr 150.000 Besuchern (ohne Previewzahlen) gesehen. Auf Platz sieben ging Hape Kerkelings ebenfalls neu gestartete Komödie "Samba in Mettmann" (283 Startkopien) ins Rennen. 90.000 Fans sahen zu. Mit dem deutlich besten Schnitt des Wochenendes überraschte auf Platz neun die Meeres-Dokumentation "Deep Blue" (84 Startkopien), die auf 75.000 Besucher kam. Dahinter erst platzierte sich der Western "Open Range " (200 Startkopien): Nur 50.000 Kinogänger wollten Kevin Costner sehen.