Box Office Captain Kirk macht Kasse
Los Angeles/Hamburg - Den besten Start des Jahres schaffte "Star Trek" dann doch nicht, aber das wäre vielleicht auch ein bisschen viel verlangt gewesen. Die zwar immer noch kultisch verehrte, aber in den vergangenen Jahren arg betulich gewordene Franchise rund um das Raumschiff Enterprise wurde zwar von Regisseur J.J. Abrams extrem verjüngt und mit einer neuen, coolen Crew versehen, doch die Vorurteile gegenüber Science Fiction im Allgemeinen und das Trekkie-Universum im Speziellen wiegen schwer beim Massenpublikum.
Umso erstaunlicher, dass "Star Trek", am vergangenen Freitag in den US-Kinos gestartet, laut Branchenblatt "Blickpunkt: Film" bis Sonntagabend 76,5 Millionen Dollar einspielte - so viel wie noch kein "Star Trek"-Film zuvor an den amerikanischen Kinokassen. Anscheinend ist es Abrams, der sich seinen guten Ruf als Produzent von Kultserien wie "Alias" und "Lost" verdiente, gelungen, ein komplett neues Publikum für die altgediente Sternensaga zu erobern. Und das Ende des Siegeszugs an der Kasse dürfte noch nicht vorbei sein, denn in diesem Fall spielt Mundpropaganda eine große Rolle: Je mehr Leute mit einer guten Meinung aus dem Film kommen, desto mehr Kinogänger, die mit "Star Trek" ansonsten nichts zu tun haben wollen, könnten sich überlegen, dem Film doch noch eine Chance zu geben.
Den besten Start des Jahres hatte jedoch nach wie vor "X-Men Origins: Wolverine" in der Vorwoche. Die Comic-Adaption büßte erwartungsgemäß viel seines Startumsatzes ein, 68 Prozent, blieb jedoch mit 27 Millionen Dollar am Wochenende solide auf Platz zwei - trotz "Star Trek"-Konkurrenz in einem ähnlichen Genre. Nach zehn Tagen hat das Mutanten-Spektakel mit Hugh Jackman allein in den USA bereits 129,6 Millionen Dollar eingespielt.
Die in der Vorwoche gestartete romantische Komödie "Ghosts of Girlfriends Past ("Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen") landete mit 10,4 Millionen Dollar auf Rang drei. Der Stalking-Thriller "Obsessed" folgt auf Platz vier mit 6,6 Millionen Dollar - insgesamt hat der überraschend erfolgreiche Film mit Beyoncé Knowles und Ali Larter nach dem dritten Wochenende bereits 56,2 Millionen Dollar umgesetzt, viel für eine eher kleine Produktion. Rang fünf ging an "17 Again" mit 4,4 Millionen Dollar. Die neu gestartete Gauner-Komödie "Next Day Air" mit Rapper Mos Def kam in 1138 Kino lediglich auf vier Millionen Dollar Umsatz - das reichte nur für Platz sechs.
Auch in Deutschland strömten Fans und Neugierige scharenweise in den neuen "Star Trek"-Film, ganz so erfolgreich wie in den USA war das Abrams-Abenteuer hierzulande jedoch nicht. Ähnlich wie bei "Wolverine" in der Woche zuvor sahen sich laut "Blickpunkt: Film" etwa 400.000 Besucher den Film an - ein solides, aber nicht überragendes Ergebnis. Allerdings muss man wiederum das gute Wetter einrechnen, das den Kinos am Wochenende einen Umsatzrückgang bescherte. Nur rund eine Million Tickets wurden gelöst, 200.000 weniger als in der Vorwoche.
Platz zwei ging an "Wolverine", der am zweiten Wochenende deutlich an Zuspruch einbüßte und nur noch knapp 160.000 Zuschauer anlockte. Dahinter plazierten sich der Dauerbrenner "Slumdog Millionär" sowie Tony Gilroys Spionage-Thriller "Duplicity - Gemeinsame Geheimsache" mit jeweils 55.000 Besuchern. "Crank 2: High Voltage" beschließt die deutschen Top fünf mit 35.000 Kinogängern.