Box Office: Der Babynator und das Horror-Haus - DER SPIEGEL
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Box Office Der Babynator und das Horror-Haus

Der Horrorfilm "Amityville Horror", ein Remake des gleichnamigen Gruselschockers von 1979, konnte am Wochenende die amerikanischen Kinocharts erobern. Kunststück: Andere Neustarts gab es nicht. Deutschland ließ sich von "Babynator" Vin Diesel betreuen.
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Los Angeles/Hamburg - "Amityville Horror", Stuart Rosenbergs Horrorschocker von 1979, zog seinen besonderen Kitzel aus der Tatsache, dass die Ereignisse, die in dem Film blutigst bebildert werden, tatsächlich stattgefunden haben sollen: Im November 1974 machte die Polizei des Ostküstenstädtchens Amityville in einem Einfamilienhaus eine schaurige Entdeckung. Die gesamte DeFeo-Familie, sechs Personen, war im Schlaf auf bestialische Weise ermordet worden.

Ronald DeFeo gab zu, seine Eltern und Geschwister akribisch abgeschlachtet zu haben, nachdem "Stimmen" ihm das Massaker befohlen hatten. Ein Jahr später zog das Ehepaar George und Kathy Lutz mit ihren drei Kindern in das DeFeo-Haus. Sie waren davon überzeugt, ihr Traumhaus gefunden zu haben, doch das Familienglück dauerte nur 28 Tage. Ein Dämon soll die neuen Bewohner mit Albträumen und Terror aus dem Horror-Haus vertrieben haben.

Das gleichnamige Remake  des in den Siebzigern besonders bei Teenagern beliebten Gruselfilms wurde von dem Spielfilm-Debütanten Andrew Douglas gedreht und von Hollywood-Krawallmacher Michael Bay ("Armageddon", "Texas Chainsaw Massacre") co-produziert. Setting und Story blieben gleich, eine zeitgemäß rasante Schnitttechnik und massenweise Kunstblut wurden addiert. Mangels anderer Neustarts konnte der von den US-Kritikern nur müde belächelte Film am vergangenen Wochenende den Spitzenplatz der nordamerikanischen Charts erobern und setzte trotz Altersbeschränkung ("R-Rating") 23,3 Millionen Dollar um. Das Ehepaar Lutz - 1979 von James Brolin und Margot Kidder verkörpert - wird im Remake von den Newcomern Ryan Reynolds und Melissa George dargestellt. "Amityville Horror" läuft in dieser Woche auch in Deutschland an.

Der Spitzenreiter der Vorwoche, das Action-Spektakel "Sahara" , musste sich mit 13,1 Millionen Dollar Umsatz und Rang zwei begnügen. Platz drei ging wie schon in der vergangenen Woche an die amerikanische Nick-Hornby-Verfilmung "Fever Pitch"  mit Drew Barrymore und Komiker Jimmy Fallon. "Sin City" , die düster-experimentelle Comic-Verfilmung von Frank Miller und Robert Rodriguez, büßte in ihrer dritten Woche zwei Plätze ein und landete mit 6,7 Millionen Dollar Umsatz auf Rang vier (Gesamtumsatz: 50,7 Millionen Dollar). Auf dem fünften Platz hält sich die Komödie "Guess Who"  mit 4,9 Millionen Dollar (gesamt: 57,6 Millionen).

In Deutschland startete unterdessen der "Babynator"  Vin Diesel seine Attacke auf deutsche Kinosäle: Mit 590 Kopien lockte Disneys neuer Kindergarten Cop seit Donnerstag rund 285.000 Zuschauer an - und setzte sich an die Spitze der Charts. Die ebenfalls von Disney verliehene Komödie "Barfuß" von und mit Til Schweiger rutschte in seiner dritten Woche zurück auf den zweiten Platz und kam laut "Blickpunkt: Film" auf etwa 155.000 Zuschauer. Insgesamt hatte "Barfuß" bisher ungefähr 670.000 Besucher und strebt damit als zweite deutsche Produktion des Jahres - nach "Die wilden Kerle 2 " - die Zuschauer-Million an. Der Gruselthriller "Hide and Seek - Du kannst dich nicht verstecken " belegte mit knapp 95.000 Kinogängern Platz drei, gefolgt von "Ring 2 " (rund 90.000 Zuschauer).

Den Abschluss der Top fünf bildet "Hitch - Der Date Doktor", für den an seinem fünften Wochenende noch einmal ungefähr 80.000 Besucher Kinotickets kauften. Die Komödie mit Will Smith und Eva Mendes steht unmittelbar vor dem Sprung über die Vier-Millionen-Besucher-Hürde und gilt damit als der mit Abstand erfolgreichste Film des Jahres.

Kein einziger Neustart außer "Babynator" schaffte den Sprung in die Top 20. Mit insgesamt 1,2 Millionen Besuchern war es das schwächste Kino-Wochenende des Jahres.

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