Box Office Die Eroberung des Westerns
Hailee Steinfeld und Matt Damon in "True Grit": Endlich Nummer eins
Foto: Paramount PicturesHamburg/Los Angeles - 39 Prozent weniger als um Silvester spielte "True Grit" am Wochenende ein, etwa 15 Millionen Dollar - doch das reichte dem Western, um "Little Fockers" (deutscher Verleihtitel: "Meine Frau, unsere Kinder und ich") nun doch noch zu entthronen - nach zwei Wochen auf Platz zwei der amerikanischen Kinocharts. Denn die Komödie mit Ben Stiller und Robert De Niro verlor heftige 46 Prozent und kam auf ein Wochendeinspiel von 13,8 Millionen Dollar und Platz zwei.
"True Grit", das Remake eines Westerns von 1969, der John Wayne einen Oscar einbrachte, hat nun in 19 Tagen insgesamt 110,4 Millionen Dollar eingespielt - und damit schon "Maverick" und "Erbarmungslos" überrundet, zwei der wichtigsten Filme des Western-Revivals in den Neunzigern, meldet der Branchendienst Boxofficemojo.com. Die 184 Millionen Dollar, die "Der mit dem Wolf tanzt" von 1990 einspielte, werden allerdings nicht leicht zu erreichen sein für den mit Abstand erfolgreichsten Film der Coen-Brüder, der die Berlinale eröffnen wird.
Hinter dem Spitzenduo stieg das Mittelalterspektakel "Season Of The Witch" auf Platz drei in die Kinocharts ein mit einem Wochenendergebnis von etwa 10,7 Millionen Dollar. Nicolas Cage und Ron Perlman spielen in dem Film von Dominic Sena zwei Kreuzritter.
Auf "Tron:Legacy" auf Rang vier folgt dann an fünfter Stelle der zweite wichtige Neueinsteiger der Woche: In "Country Strong" spielt Gwyneth Paltrow eine Country-Sängerin, die nach einem Absturz wieder auf die Beine zu kommen versucht. Das eher schwache Einspielergebnis von 7,3 Millionen Dollar relativiert sich dadurch, dass die Produktionskosten von etwa zwölf Millionen Dollar auch vergleichsweise niedrig waren.
Kölscher Klamauk in Deutschland auf drei
Während in den USA die Familienfilme nach dem Ende der Feiertage rasant von den Spitzenplätzen der Kinocharts verschwinden, bleibt in Deutschland " Rapunzel - neu verföhnt" (im Original: "Tangled") unangefochten der beliebteste Kinofilm. Noch einmal 380.000 Zuschauer wollten das Disney-Märchen am Wochenende sehen, was nach fünf Wochen auf Platz eins schon eine stattliche Gesamtbesucherzahl von fast drei Millionen ergibt. Dahinter bleibt "Meine Frau, unsere Kinder und ich" auf Rang zwei mit aktuell 210.000 Zuschauern, wie das Branchenblatt "Blickpunkt:Film" meldet.
Auch in Deutschland schafft es der höchste Neueinsteiger auf Platz drei. Es sind "Die Superbullen", ein in Köln spielender Polizei-Klamauk mit Tom Gerhardt und Hilmi Sözer. Den in 253 Kinos gestarteten Film wollten etwa 200.000 Zuschauer sehen. Zwischen "Die Superbullen" und den nächsten Neuling, " Burlesque" mit Christina Aguilera und Cher auf Platz fünf mit 170.000 Zuschauern in ebenfalls 253 Kinos, schiebt sich "Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte" mit 180.000 Besuchern an die vierte Stelle. Das Fantasyepos kommt damit inzwischen ebenso auf mehr als eine Million Zuschauer insgesamt, wie auch Florian Henkel von Donnersmarcks Hollywood-Debüt " The Tourist", das in dieser Woche auf Rang sechs steht.
Weitere Neustarts schafften es auf hintere Plätze: Die französische Romantikkomödie "Der Auftragslover" mit Romain Duris und Vanessa Paradis wollten 110.000 Zuschauer sehen (Platz sieben, in 299 Kinos). Die türkische Fortsetzungskomödie "Eyyvah Eyvah 2" kommt mit 55.000 Besuchern in 60 Kinos auf Rang neun. Und für "Das Labyrinth der Wörter" mit Gérard Depardieu, in 68 Kinos gestartet, interessierten sich 45.000 Kinogänger.