Box Office Diesel gegen Chili
Los Angeles/Hamburg - Mit einem so guten Ergebnis hatten weder Branchenexperten, noch das Studio Walt Disney Pictures gerechnet. Dennoch setzte sich die familienfreundliche Komödie "The Pacifier" am Wochenende mit 30,2 Millionen Dollar Umsatz vom Start weg auf den Spitzenplatz der Charts. Actionstar Vin Diesel ("Chronicles of Riddick") spielt darin einen ehemaligen Navy S.E.A.L., der einen ganzen Haufen kleiner Gören vor den Feinden ihres verstorbenen Vaters beschützen soll. Da Diesel als "Pacifier" auf den Spuren Arnold Schwarzeneggers wandelt, der 1990 in einer ähnlichen Rolle den "Kindergarten Cop" mimte, läuft der Film ab 14.4. in Deutschland unter dem etwas dümmlichen Titel "Der Babynator".
Das Nachsehen hatte "Be Cool" , die Fortsetzung der ironischen Komödie "Get Shorty", der Verfilmung eines Elmore-Leonard-Romans, mit der sich Regisseur Barry Sonnenfeld 1995 auf den "Pulp Fiction"-Zug schwang. In "Be Cool", gedreht von Action-Spezialist F. Gary Gray ("The Italian Job"), schlüpft John Travolta erneut in die Rolle des glücklosen Filmproduzenten Chili Palmer, der sich diesmal in der Musikbranche versucht.
Wieder diente ein Roman des Krimi-Autors Elmore Leonard als Vorlage. Beeindruckend ist vor allem die Besetzungsliste des Films: Neben Travolta, Uma Thurman und Vince Vaughn spielen Outkasts André 3000, Sängerin Christina Milian, Aerosmith-Sänger Steven Tyler, Cedric the Entertainer, The Rock, Harvey Keitel, Danny De Vito und James Woods in mehr oder minder kleinen Rollen mit. "Be Cool" setzte von Freitag bis Sonntag 23,5 Millionen Dollar um, genug für Rang zwei der nordamerikanischen Kinocharts.
Der Spitzenreiter der Vorwoche, das afroamerikanische Dramolett "Diary of a Mad Black Woman", musste sich mit einem Umsatz von 12 Millionen Dollar und Platz vier begnügen, denn "Date-Doktor" Will Smith legte in den USA noch einmal zu und verschaffte "Hitch" mit 12,5 Millionen Dollar Umsatz den dritten Rang. Insgesamt hat die Komödie in den USA bereits 138,4 Millionen Dollar eingespielt.
Rang fünf ging an den Oscar-Gewinner Clint Eastwood mit seinem "Million Dollar Baby". Das Boxer-Drama mit Oscar-Gewinnerin Hilary Swank kletterte um einen Platz nach oben und erhöhte sein US-Gesamtergebnis um 8,5 Millionen Dollar auf 77 Millionen Dollar.
Ein weiterer Neustart schaffte es nicht in die Top fünf: Der von Steven Soderberghs Produktionsfirma Section 8 betreute Thriller "The Jacket" mit Adrien Brody und Keira Knightley setzte an seinem ersten Wochenende nur 2,7 Millionen Dollar um und landete auf Rang zehn. Geschuldet dürfte das magere Ergebnis vor allem der Altersbeschränkung, dem "R-Rating" des Films sein.
In deutschen Kinos dreht sich derweil noch immer alles um den "Date-Doktor": Nach der ausdauernden Promotiontour der Hauptdarsteller Will Smith, Kevin James und Eva Mendes durch allerlei deutsche TV-Shows hat "Hitch" (738 Kopien) es geschafft, als erster Film des Jahres auf Anhieb die Eine-Million-Zuschauer-Hürde zu nehmen. Nach ersten Schätzungen wurde die Komödie von 1,02 Millionen Besuchern gesehen, berichtet das Branchenmagazin "Blickpunkt: Film".
Auch auf Platz zwei gab es leichte Kost: Die Erfolgskomödie "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" kam auf rund 330.000 Zuschauer und liegt nach dem dritten Wochenende bei ungefähr zwei Millionen Besuchern. "Die wilden Kerle 2" belegte mit rund 170.000 Zuschauern Platz drei, gefolgt von zwei Thrillern: Das Japan-Horror-Remake "Der Fluch" (255 Kopien) mit Sarah Michelle Gellar startete mit rund 110.000 Zuschauern und muss sich mit dem Dämonenjäger "Constantine" um Platz vier der Charts streiten.
Mehr als 100.000 Zuschauer lockte weiterhin auch "Sophie Scholl - Die letzten Tage" ins Kino - Platz fünf für Marc Rothemunds Widerstands-Drama. Neustart "Silentium" (61 Startkopien) schaffte es mit rund 25.000 Zuschauern auf Platz elf; "Büyü - Der Fluch" (36 Startkopien) stieg mit 11.500 Zuschauern auf Platz 18 ein. Insgesamt strömten 2,3 Millionen Besucher in die Kinos.