Box Office Doom gelaufen
Mars macht mobil - vor allem die Phantasie von Videospielprogrammierern und Filmproduzenten. Auch in "Doom" , der Kinofassung des gleichnamigen berüchtigten Ballerspiels, ist der rote Planet der richtige Ort für Bombenstimmung. Das ist wörtlich gemeint: In Andrzej Bartkowiaks Action-Sause metzelt eine Truppe Soldaten mit viel Elan und noch mehr Feuerkraft eine Population Mutanten in Stücke. Das amerikanische Branchenblatt "Variety" freute sich über die Ausgewogenheit des Waffeneinsatzes, der neben einer Hightech-Superknarre auch die gute alte Kettensäge zu ihrem Recht kommen lasse. Fazit: zwar nur magere 15,4 Millionen Dollar und dennoch ein erster Platz in den US-Kinocharts an einem erneut schwachen Wochenende.
Platz zwei geht an das gefühlige Pferdedrama "Dreamer" mit Hollywoods furioser Kinderdarstellerin Dakota Fanning ("Krieg der Welten") und Kino-Haudegen Kurt Russell (9,3 Millionen Dollar), dicht gefolgt vom Knetfiguren-Abenteuer "Wallace & Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen (9,3 Millionen Dollar). Von "The Fog", dem Remake von John Carpenters Horror-Klassiker aus dem Jahre 1980, ließen sich immerhin noch so viele Zuschauer umnebeln, dass es zu einem vierten Platz reichte. Platz fünf ging an das Gerichtsdrama "North Country" mit Charlize Theron als Minenarbeiterin, die sich gegen sexuelle Belästigung zur Wehr setzt.
Schlusslicht der Top Five: der Entführungsthriller "Flightplan - Ohne jede Spur", der mit einem Gesamteinspielergebnis von 77,3 Millionen Dollar der aktuell erfolgreichste Film der Herbstsaison ist.
Auch in Deutschland ist "Flight Plan" ein Überflieger: Der vom deutschen Regie-Newcomer Robert Schwentke inszenierte Thriller mit Jodie Foster in der Hauptrolle startete mit 636 Kopien und lockte 450.000 Zuschauer an. Der Spitzenreiter der Vorwoche, "Wallace & Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen" kam auf Platz zwei (270.000 Zuschauer).
Eiskalt legte "Die Reise der Pinguine" am zweiten Wochenende noch einmal zu. Laut dem Branchendienst "Blickpukt: Film" kam die in Amerika umstrittene Dokumentation mit 375 Kopien auf rund 159.400 Kinogänger. Der Verleih stockte auf 389 Kopien auf und verkaufte 180.000 Tickets.
Platz vier für gepflegtes Kostümkino: Die Literaturverfilmung "Stolz und Vorurteil" nach einer Vorlage von Jane Austen ging mit 277 Startkopien an den Start und konnte 130.000 Zuschauer verbuchen. Auf Platz fünf erwärmte "Der kleine Eisbär 2" die Herzen vor allem der kleinen Kinogänger (120.000 Besucher).
Neu startete die Thriller-Farce "Kiss Kiss Bang Bang" (50.000 Besucher, Platz elf), "Der Schatz der weißen Falken", ein Jugendfilm um zwei rivalisierende Jugendbanden in den achtziger Jahren (22.000 Besucher, Platz 14) und das für den Oscar als Bester ausländischer Film nominierte Drama "Wie im Himmel" (20.000 Zuschauer, Platz 15). Der schwedische Film erzählt die Geschichte eines international berühmten Dirigenten, der sich nach schwerer Krankheit in das Dorf seiner Kindheit zurückzieht und dort die Bewohner für Musik begeistert. Kinobegeistert waren an diesem herbstlichen Wochenende insgesamt 1,9 Millionen Zuschauer.