Box Office: Eher Lamm als Löwe - DER SPIEGEL
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Box Office Eher Lamm als Löwe

Große Namen, bescheidener Erfolg: Dem Polit-Stück "Von Löwen und Lämmern" mit Redford, Cruise und Streep fehlte beim Kinostart in den USA der Biss. Deutsche Filmfans mochten zwar Bullys "Lissi", nicht aber das kalte Wetter - und mieden daher den Gang ins Kino.
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Hamburg/Los Angeles - Da hatte die Branche vom Weihnachtsmann und von Robert Redford mehr erwartet. "Die Gebrüder Weihnachtsmann", eine Weihnachtsklamotte mit Vince Vaughn und Kevin Spacey, lief in den USA in 3603 Kinos und spielte 19,2 Millionen Dollar ein - der Film war zuvor wesentlich stärker eingeschätzt worden. Laut "Blickpunkt Film" schaffte er immerhin fast dasselbe Startergebnis wie vor einem Jahr "Santa Clause 3 - Eine frostige Bescherung", der ein Gesamtergebnis von 84,4 Millionen Dollar erzielte.

Einen völlig verunglückten Start legte dagegen der erste Film der von Tom Cruise neu ins Leben gerufenen United Artists hin. "Von Löwen und Lämmern", das filmische Kaleidoskop über die USA in den Zeiten des globalen Terrorkampfes mit Cruise, Meryl Streep und Robert Redford, startete in 2215 Kinos, musste sich aber mit 6,7 Millionen Dollar und Platz vier zufrieden geben. Seit "Magnolia" war kein Cruise-Film mehr so schwach gestartet. Und auch Robert Redford wird wenig erfreut sein - sein letzter Film mit einem ähnlich schlechten Start datiert aus dem Jahr 1994; es war "Quiz Show - Der Skandal".

Da in den USA die Favoriten versagten, tauschten einfach die Erstplatzierten der Vorwoche die Plätze. "Bee Movie - Das Honigkomplott", der CGI-Animationsfilm mit Jerry Seinfeld, hielt sich mit 26 Millionen Dollar ausgesprochen gut. Im Vergleich zum Vorwochenende verlor er nur 32 Prozent und bringt es nach nur zehn Tagen bereits auf 72,2 Millionen Dollar.

Ridley Scotts "American Gangster" mit Denzel Washington und Russell Crowe hielt sich bei einem Einspielergebnis von 24,3 Millionen Dollar ebenfalls gut. Ein Minus von 44 Prozent bedeutet ein Gesamtergebnis von 80,7 Millionen Dollar - damit ist die Drogenboss-Saga schon jetzt der zweiterfolgreichste Titel des amerikanischen Kinoherbstes und der erfolgreichste Film Ridley Scotts seit "Black Hawk Down" vor sechs Jahren. Die Top fünf in den USA beschließt "Dan in Real Life" mit 5,9 Mio. Dollar und einem Gesamtergebnis von 30,7 Mio. Dollar.

In Deutschland sorgte offenbar der Wintereinbruch für unterkühlten Zuschauerzuspruch. An der Spitze zum dritten Mal: "Lissi und der wilde Kaiser" - allerdings halbierten sich die Ticketverkäufe. 270.000 Besucher reichten dennoch für Platz eins. Bully Herbigs animierte Sissi-Parodie ist laut "Blickpunkt Film" schon jetzt der zweiterfolgreichste deutsche Film dieses Jahres und kratzt an der Zwei-Millionen-Marke. Dahinter folgt "Nach 7 Tagen - Ausgeflittert", der beim deutschen Publikum besser ankommt als in den USA: Die Komödie der Farrelly-Brüder sahen 230.000 Zuschauer. Der Film konnte überdies den besten Besucherschnitt des Wochenendes verbuchen. Knapp dahinter folgt ein weiterer Animationsfilm; der Dauerbrenner "Ratatouille" mit beinahe identischen Besucherzahlen wie der Farelly-Film und bald sechs Millionen Besuchern insgesamt.

Auf Platz vier platzierte sich der beste Neuling: "Die drei ??? - Das Geheimnis der Geisterinsel" kam in 537 Kinos auf solide 220.000 Kinogänger und lag damit deutlich vor "Von Löwen und Lämmern", der in Deutschland immerhin von etwas mehr als 100.000 Besuchern gesehen wurde. "Abbitte" folgt auf Platz sechs: In 221 Kinos gestartet, kam Joe Wrights Ian McEwan-Verfilmung auf gute 80.000 Zuschauer. Direkt dahinter der nächste Neuling: Der Vampir-Schocker "30 Days of Night" lockte in 268 Kinos etwa 65.000 Horrorfans an. Ebenfalls neu in den Top Ten: Maria Schraders "Liebesleben", der von knapp 25.000 Besuchern gesehen wurde.

tdo