Box Office: Erst der König, dann der Kong - DER SPIEGEL
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Box Office Erst der König, dann der Kong

Harry Potters Regentschaft ist vorbei: Bevor in den kommenden Tagen Peter Jacksons "King Kong" auftrumpfen wird, sicherte sich Disney mit dem Fantasy-Epos "Der König von Narnia" den Spitzenplatz der amerikanischen und deutschen Kinocharts.
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Los Angeles/Hamburg - "Noch nie zuvor haben wir zwei Filme wie diese nötiger gebraucht als jetzt", sagte Paul Degarabedian der Nachrichtenagentur AP. Mit seiner Firma Exhibitor Relations ermittelt er für die großen Hollywood-Studios die Umsatzzahlen der angelaufenen Filme und forscht in den Märkten nach Zielgruppen-Vorlieben und Zuschauerwanderungen. Nach einem insgesamt umsatzschwachen Jahr versucht Hollywood in den letzten Wochen vor Weihnachten ein letztes Aufbäumen. Nach "Harry Potter und der Feuerkelch", der in den letzten drei Wochen für erhöhtes Zuschaueraufkommen sorgte, sollen nun "Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia" und Peter Jacksons "King Kong"  die dringend benötigte Bilanz-Aufbesserung bringen.

Im winzigen Abstand zwischen Harry Potter und King Kong, der bereits am Mittwoch weltweit anläuft, platzierte sich Disney mit seiner auf den Fantasy-Romanen von C.S. Lewis basierenden Erlösungsgeschichte "Der König von Narnia" auf dem Spitzenplatz der nordamerikanischen Kinocharts, indem er am vergangenen Wochenende stattliche 67,1 Millionen Dollar umsetzte. Das Abenteuerspektakel ist der Auftakt zu einer insgesamt siebenteiligen Narnia-Reihe.

Den zweiten Platz eroberte Stephen Gaghans "Syriana"  (12 Millionen Dollar), der zuvor zwei Wochen lang in limitierter Kopienzahl gezeigt wurde. George Clooney und Matt Damon spielen die Hauptrollen in dem kritischen Politthriller über die zwielichtigen Machenschaften im internationalen Ölgeschäft.

"Harry Potter und der Feuerkelch" musste sich in seiner vierten Woche mit einem Umsatz von 10,3 Millionen Dollar und Rang drei zufrieden geben. Allein in den USA setzte der vierte Teil der Potter-Reihe 244,1 Millionen Dollar um. Weltweit spielte das Magier-Spektakel seit dem 18. November rund 658 Millionen Dollar um.

Mit limitierter Kopienzahl liefen auch zwei potentielle Oscar-Anwärter an. In "Memoirs of a Geisha"  (Deutschlandstart: 19. Januar 2006), der Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Arthur Golden, erzählt "Chicago"-Regisseur Rob Marshall die Geschichte einer armen Fischerstochter (Zhang Ziyi), die in den späten zwanziger Jahren zu einer der mächtigsten Geishas Japans aufsteigt. Neben Zhang spielen auch die asiatischen Stars Gong Li, Ken Watanabe und Michelle Yeoh in dem opulenten Sittenbild mit, das ursprünglich Steven Spielberg inszenieren sollte. In nur acht Kinos setzte der Film 674.000 Dollar um.

"Brokeback Mountain"  (Deutschlandstart: 9. März 2006), der zweite Western des aus Taiwan stammenden Regisseurs Ang Lee ("Tiger & Dragon", "Ride with the Devil"), handelt von zwei Cowboys, die ihre homosexuelle Liebe geheim halten müssen. Die Hauptrollen der Verfilmung einer Kurzgeschichte von E. Annie Proulx spielen Jake Gyllenhaal und Heath Ledger. In fünf Kinos wurden 544.549 Dollar umgesetzt.

In den deutschen Kinos setzte sich unterdessen ebenfalls "Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia" an die Spitze der Charts. Bei rund 860 Kopien kam der Fantasyfilm laut "Blickpunkt: Film" auf mindestens 750.000 Besucher und bescherte dem Disney-Verleih Buena Vista damit den insgesamt sechstbesten Start des Jahres sowie den besten Start seit "Die Unglaublichen - The Incredibles".

Relativ ungerührt von "Narnia" setzte "Harry Potter und der Feuerkelch" seinen Erfolgslauf fort: Am vierten Wochenende zauberte sich der Familienliebling noch einmal rund 480.000 Besucher in die Kinos (insgesamt 6,2 Millionen). Drei weitere Filme erzielten sechsstellige Besucherzahlen: Die Romanze "Solange du da bist"  kam auf etwa 120.000 Kinogänger, gefolgt von "Es ist ein Elch entsprungen" und "Der Exorzismus von Emily Rose", die jeweils etwa 105.000 Besucher in die Kinos lockten.

Als zweitbester Neustart kam Bent Hamers Bukowski-Film "Factotum" (52 Startkopien) auf ungefähr 13.000 Zuschauer und belegte Platz zwölf. Der Horror-Thriller "Cry_Wolf"  (50 Startkopien) wurde auf Platz 16 von knapp 10.000 Besuchern gesehen. Insgesamt wurden am Wochenende vor "King Kong" landesweit etwa zwei Millionen Kinotickets gelöst.

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