Box Office Flocke schlägt Rambo
Hamburg - Natur trumpft: Die Tierdokumentation "Unsere Erde" musste sich vergangene Woche noch mit Platz fünf am Box Office zufrieden geben. Der aufwendig produzierte Film der BBC-Regisseure Alastair Fothergill und Mark Linfield war allerdings auch nur in 146 Kinos gestartet. Nun wurden die Kopien auf 286 aufgestockt, und rund 350.000 Besucher lösten laut "Blickpunkt: Film" ein Ticket. Das bedeutet Platz eins der deutschen Kinocharts.
"Unsere Erde" konnte damit das zweitbeste Wochenendergebnis eines Dokumentarfilms überhaupt einfahren - mehr schaffte nur die Fußball-WM-Doku "Deutschland. Ein Sommermärchen ", die im Herbst 2006 mit 1 Million Besuchern angelaufen war und insgesamt auf 4 Millionen Zuschauer kam.
Auf Rang zwei ballerte sich, zumindest was die Anzahl der Besucher pro Kopie angeht, Sylvester Stallone mit seinem vierten Teil der Rambo-Saga. Verschwitzte Männerkörper, burmesischer Dschungel und jede Menge Kunstblut konnten 230.000 Besucher in 399 deutsche Kinos locken - nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass "John Rambo" keine Jugendfreigabe bekommen hat. Aber bei weitem nicht so erfolgreich wie Stallones zweites Alter Ego, Rocky Balboa. Die Rückkehr des Straßenboxers Rocky nach Jahren der Kinoabstinenz wollten 2007 am Startwochenende noch 406.927 Besucher sehen.
Die Romantikkomödie "27 Dresses" mit Shooting Star Katherine Heigl kam insgesamt auf 240.000 verkaufte Tickets und schlug damit "John Rambo" den Besucherzahlen nach, war aber auch in 505 Kinos gestartet. Damit blieb der Leinwand-Kitsch ums Heiraten und die Hochzeitsindustrie, normalerweise eine sichere Bank, hinter den Erwartungen zurück - zumal "27 Dresses" punktgenau am Valentinstag an den Start gegangen war.
Auf Platz vier landete die Til-Schweiger-Komödie "Keinohrhasen". Am neunten Wochenende wollten den Film um einen geläuterten Klatschreporter immer noch 225.000 Kinogänger sehen. Das Gesamtergebnis ist beeindruckend: "Keinorhasen" hat jetzt die fünf Millionen Besucher-Marke geknackt - als erste deutsche Produktion seit "Das Parfum" im Herbst 2006.
Vorwochensieger "Saw IV" rutschte mit 140.000 Besuchern und einem Minus von 60 Prozent auf Rang sechs und damit noch hinter "Asterix bei den Olympischen Spielen" ab (180.000 Besucher). Insgesamt haben sich nun rund 500.000 Horrorfilmfans das Metzel-Sequel angetan. Der zweifache Berlinale-Bären-Gewinner und Oscarfavorit "There Will Be Blood" kam mit 59 Kopien auf knapp 25.000 Zuschauer.
In den USA hat sich klassisches Action-Science-Fiction-Kino am Box Office durchgesetzt: "Jumper" von Doug Limans ("Mr. & Mrs. Smith", "Die Bourne Identität") gewann das Kinokassen-Rennen am verlängerten "President's Day Weekend". Am "President's Day" (oder "Washington's Birthday") feiern die Amerikaner die Geburtstage ihrer ehemaligen Präsidenten George Washington und Abraham Lincoln.
Von Freitag bis Sonntag setzte "Jumper" mit Hayden Christensen und Samuel L. Jackson in den Hauptrollen 27,2 Millionen Dollar um - obwohl der Film über Menschen, die sich aufgrund einer genetischen Abnormalität in Sekundenschnelle um die Welt teleportieren können, überwiegend miese Kritiken geerntet hatte. Zum Start am Donnerstag kamen noch einmal 6,7 Millionen Dollar hinzu.
Auf Platz zwei tanzte sich der überraschend starke "Step Up 2 The Streets", der von Freitag bis Sonntag 19,7 Millionen Dollar in 2.470 Kinos umsetzte und damit seit Donnerstag 26,3 Millionen Dollar eingespielt hat. Das Original, "Step Up" war 2006 mit 20,7 Millionen Dollar gestartet.
Auch der dritte Platz ging an einen Neuling: Paramounts Fantasy-Kinderfilm "Die Geheimnisse der Spiderwicks" brachte 19,1 Millionen Dollar ein (seit Donnerstag 21,5 Millionen Dollar). Vorwochenspitzenreiter "Fool's Gold" rutschte mit 13,1 Millionen Dollar und einem Gesamtumsatz von 42 Millionen Dollar auf Platz vier.
cc