Box Office Franka und der freche Hund
New York - Hunderttausende Fans von "Scooby-Doo" zwischen 8 und 88 Jahren haben der Spielfilmversion der gleichnamigen Zeichentrickserie zum Erfolg verholfen. Die digitale Ausgabe der ebenso gefräßigen wie ängstlichen Dogge eroberte an der Seite ihrer menschlichen Freunde am Wochenende mühelos die nordamerikanischen Kinocharts. Auf den zweiten Platz kam der Agenten-Thriller "The Bourne Identity" mit dem Amerikaner Matt Damon und der Deutschen Franka Potente in den Hauptrollen, die beide ausgezeichnete Kritiken bekamen. John Woos Kriegsfilm "Windtalkers" erreichte Rang drei.
"Scooby-Doo" spielte von Freitag bis Sonntag in den USA und Kanada 56,4 Millionen Dollar (60 Millionen Euro) ein. Nach dem noch weit größeren Erfolg der Comic-Verfilmung "Spider-Man" bestätigte sich einmal mehr die Anziehungskraft von seit Jahrzehnten bekannten und beliebten Helden aus der Trickfilm- und Comic-Welt auch im Kino. In Deutschland sind die mysteriösen Erlebnisse Scooby-Doos und seiner Freunde - Matthew Lillard als Shaggy, Freddie Prinze Jr. als Fred, Sarah Michelle Gellar als Daphne und Linda Cardellini als Velma - ab dem 1. August im Kino zu sehen.
"Warm und lebensnah, ohne Allüren" habe Franka Potente in der "The Bourne Identity" gespielt, lobte das Hollywood-Fachblatt "Variety". Die 27-Jährige sei "überragend", meinte gar die "Los Angeles Times". In der Verfilmung des gleichnamigen Thrillers von Robert Ludlum spielt Potente die junge deutsche Vagabundin Marie, die dem abtrünnigen CIA-Killer Bourne bei der Flucht vor dessen Auftraggebern hilft, sich in Paris in den Amerikaner verliebt und ihr Leben für ihn aufs Spiel setzt. Ebenso wie der 31-jährige Damon habe die Deutsche dem Film "listig-witzige" Momente beschert, schrieb die "New York Times". Sanft habe sie die "rasende Gescheitheit" von "Lola rennt" der neuen Rolle angepasst. Ein Jahr nach der Nebenrolle in dem Drogen-Thriller "Blow" an der Seite von Johnny Depp war dies Potentes erster großer Hollywood-Auftritt.
"The Bourne Identity" (Regie: Doug Liman), der erst Ende September in Deutschland anläuft, spielte nach Studioangaben 27,5 Millionen Dollar ein. Das war fast doppelt so viel wie der Kriegsfilm "Windtalkers". Nicolas Cage als zwischen Selbstzweifel und Hass auf die Japaner zerrissenen Marines-Feldwebel an der Pazifikfront des Zweiten Weltkrieges konnte Kritiker wie Publikum nicht so recht überzeugen.
In dem Film des Action-Regisseurs Jon Woo ("Face/Off") überlagern ausgedehnte und blutige Kampf-Szenen die wahre Geschichte einer Gruppe von Navajo-Indianer, die ihre seltene Sprache als militärischen Code nutzten, dadurch lange Ver- und Entschlüsselungen unnötig machten und so den USA in den Gefechten gegen Japan Vorteile verschafften. Cage hat den Befehl die Navajo-Melder zu schützen, sie jedoch zu töten, wenn die Gefangennahme durch die Japaner droht. "Windtalkers" läuft in Deutschland am 1. August an.
Auf dem vierten Platz der amerikanischen Charts landete nach zwei Wochen an der Spitze der Thriller "The Sum Of All Fears" mit Ben Affleck und Morgen Freeman. Den fünften Rang belegt die vor zwei Wochen gestartete Komödie "The Divine Secrets Of The Ya-Ya Sisterhood" mit Sandra Bullock.
Deutschland weiterhin im Spinnen-Fieber
In Deutschland behauptet derweil die Comic-Verfilmung "Spider-Man" auch in der zweiten Woche den Spitzenplatz der Kino-Charts. Mit einem deutlichen Abstand von rund 500.000 Besuchern konnte sich der Spinnen-Actionfilm damit vor der Komödie "40 Tage und 40 Nächte" halten, die diesen Platz auch in der vergangenen Woche belegte. "Spider-Man" sahen von vergangenem Donnerstag bis Sonntag mehr als 725.000 Zuschauer, "40 Tage und 40 Nächte" lockte laut Media Control fast 225.000 Kinogänger.
Das neu gestartete Liebes-Drama "Untreu" mit Richard Gere sahen mehr als 177.000 Menschen. Der Film von "Basic Instinct"-Regisseur Adrian Lyne landete damit auf dem dritten Platz. "Star Wars: Episode II" rutschte in seiner fünften Woche vom dritten auf den vierten Rang. Auf den Plätzen fünf und sechs folgen die neu gestarteten Filme "Gosford Park" von Regie-Altmeister Robert Altman und das Sozialdrama "John Q." mit Denzel Washington und Anne Heche.
Der seit 13 Wochen laufende Trickfilm "Ice Age" fiel vom vierten auf den siebten Platz, führt aber bei der Gesamtbesucherzahl mit mehr als 6,81 Millionen Zuschauern vor "Star Wars" (5,18 Millionen) und "Spider-Man" (2,63 Millionen).