Box Office: Glückliche Kängurus - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Box Office Glückliche Kängurus

Der gemeine amerikanische Kinogänger lässt sich vom Rummel um die Golden Globes kaum beeindrucken. Neuer Spitzenreiter der Box-Office-Charts ist die tierische Komödie "Kangaroo Jack". Die Oscar-Kandidaten tummeln sich derweil auf den hinteren Plätzen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York/Hamburg - Nach der wochenlangen Blockade des Spitzenplatzes durch den "Herrn der Ringe" kommt wieder Bewegung in die amerikanischen Kinocharts. Die in der vergangenen Woche favorisierte Heirats-Komödie "Just Married" wurde am Wochenende von ähnlich flacher Unterhaltung wieder abgelöst. Die Familien-Komödie "Kangaroo Jack" (mit Anthony Anderson und Christopher Walken in einer Mini-Rolle) dreht sich um ein smartes australisches Känguru, das unerlaubterweise in den Besitz einer Jacke gerät, in deren Saum 50.000 Dollar eingenäht sind. Ein Gangster-Boss entsendet einen Handlanger (Anderson), der das Tier von seiner kostbaren Fracht befreien soll - was sich natürlich nicht ganz so einfach gestaltet.

"Kangaroo Jack", unglaublicherweise produziert von Action-Spezialist Jerry Bruckheimer ("Pearl Harbor"), konnte sich mit 17,7 Millionen Dollar Umsatz knapp aber deutlich gegen die neue Action-Komödie mit Martin Lawrence ("Bad Boys") durchsetzen. Sein Action-Spaß "National Security" landete mit 15,7 Millionen Dollar auf Rang Zwei.

Mit dem dritten Platz musste sich nach nur einer Woche "Just Married" begnügen, die Heirats-Farce mit Brittany Murphy spielt aber noch einmal beachtliche 12,5 Millionen Dollar ein. Auf Platz Vier folgt "Herr der Ringe: Die zwei Türme" und nähert sich mit noch einmal 11,4 Millionen Dollar Umsatz langsam aber sicher der 300-Millionen-Marke. Kurz dahinter - mit 11,3 Millionen Dollar Umsatz - platzierte sich Steven Spielbergs Gauner-Komödie "Catch Me If You Can" (mit Tom Hanks und Leonardo DiCaprio).

Der dritte Neustart des Wochenendes, die zuvor oft verschobene Beziehungs-Komödie "A Guy Thing" (mit Jason Lee und Julia Stiles) startete mit enttäuschenden 7,1 Millionen Dollar Umsatz und landete auf Platz Sieben. Im hinteren Feld der Top Ten tummeln sich auch die bei der Golden-Globe-Verleihung bejubelten Oscar-Anwärter: Das soeben von der Auslandspresse zum besten Film gekürte Musical "Chicago" hält nach mehreren Wochen noch Platz Sechs, Jack Nicholson Parade-Rolle in "About Schmidt" behauptet den achten Rang und das Literatur-Drama "The Hours" stieg auf Platz Neun in die Charts ein, nachdem der Film am Wochenende in einer größeren Anzahl Kinos angelaufen war. Rang Zehn belegt die romantische Komödie "Two Weeks Notice" mit Hugh Grant und Sandra Bullock.

In Deutschland setzte sich unterdessen der neue "Star Trek"-Film "Nemesis" sofort an die Spitze der Kinocharts und enthronisierte den seit vier Wochen herrschenden "Herrn der Ringe". Das Getto-Drama "8 Mile" mit dem Eminem in seiner ersten Kinorolle fiel vom zweiten auf den dritten Rang zurück. Die Neuverfilmung von Erich Kästners Klassiker "Das fliegende Klassenzimmer" (mit Sebastian Koch) schaffte es auf Anhieb auf den vierten Platz. Regisseur Tomy Wiegand verfilmte das modernisierte Drehbuch mit Schwung und baute sogar eine kleine Liebesgeschichte ein. Erneut Rang fünf belegte das Drachen-Spektakel "Die Herrschaft des Feuers" von Rob Bowman.

Mehr lesen über