Box Office: Hannah versenkt die Titanic - DER SPIEGEL
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Box Office Hannah versenkt die Titanic

Keine Angst vorm Super Bowl: Ein Konzertfilm des US-Teenie-Stars Hannah Montana zeigt, dass auch Kinofilme am Football-Wochenende erfolgreich sein können. In Deutschland kämpft dagegen Asterix gegen Nicolas Cage.
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Los Angeles/Hamburg - Was machen US-amerikanische Mädchen, wenn der heimische Fernseher vom Vater blockiert wird, der sie mit Football quält? Sie gehen ins Kino und schauen sich ihren Lieblingsserien- und Popstar in 3-D an: "Hannah Montana - Best of Both Worlds Concert Tour", eine Dokumentation von Auftritten des Glitzerpop-Girlies Hannah Montana alias Miley Cyrus, hat am Super-Bowl-Wochenende sensationelle 29 Millionen Dollar an den Kinokassen eingespielt. Es ist das beste Ergebnis eines am Football-Final-Wochenende gezeigten Films aller Zeiten und das, obwohl der Film nur in 683 Lichtspielhäusern vorgeführt wurde.

Die 3-D-Konzertdokumentation kann nur in entsprechend dafür ausgestatteten Kinos gezeigt werden und startete mit höheren Ticketpreisen. Eigentlich sollte der Film nur eine Woche laufen, doch der Disney-Konzern, der die Doku produziert hat, kündigte bereits an, die Laufzeit zu verlängern. Zehn Jahre lang hatte "Titanic" mit 25,2 Millionen Dollar den Titel als Spitzenverdiener am gewöhnlich recht trägen "Super-Bowl-Weekend" inne gehabt.

Der Teenie-Star Hannah Montana ist eine überaus erfolgreiche Erfindung von Disney. Zuerst lief die gleichnamige Kinderserie im US-TV. Hauptdarstellerin Miley Cyrus, die darin das Popsternchen Hannah mimt, schaffte mit ihren Songs schnell den Sprung vom Fernsehschirm in die Musikcharts. Nun hat sie auch die Kinoleinwand eingenommen. Von Disney wohlweißlich geplant, wurde der Film am Super-Bowl-Wochenende in die Kinos gebracht - selten war eine Alternativprogrammierung so erfolgreich.

Auf Platz zwei der US-Kinocharts schaffte es laut "Blickpunkt: Film" ein Film für die Älteren: Der Horrorschocker "The Eye" mit Jessica Alba in der Hauptrolle, die nach einer Hornhauttransplantation ihr Augenlicht zurückgewinnt doch leider nichts Gutes sieht. 13 Millionen Dollar spielte das Remake des Hong-Kong-Films "Gin gwai" (2002) an seinem Debüt-Wochenende ein.

Auf den weiteren Plätzen landeten drei Filme von 20th Century Fox: Die Romantikkomödie "27 Dresses" holte 8,4 Millionen Dollar rein, der Überraschungserfolg "Juno" 7,4 Millionen Dollar. Damit wurde die Teenie-Komödie abermals ihrem Ruf als Cash-Cow gerecht: Laut "Blickpunkt:Film" hat der Film bisher satte 100 Millionen Dollar eingespielt. Der Vorwochenspitzenreiter "Meine Frau, die Spartaner und ich", eine Persiflage der blutgetränkten Comicverfilmung "300", kam auf 7,1 Millionen Dollar. Rentner-Rambo Sylvester Stallone schaffte es mit seinem vierten Teil der Action-Saga am zweiten Wochenende nur auf Platz sechs der Box-Office-Charts. "John Rambo" spielte sieben Millionen Dollar ein.

An den deutschen Kinokassen kämpften dagegen Nicolas Cage und Asterix um den obersten Podestplatz - ohne Gewinner. "Das Vermächtnis des geheimen Buches" und "Asterix bei den Olympischen Spielen" kamen jeweils auf rund 335.000 zahlende Besucher. Das Abenteuerfilm-Sequel mit Nicolas Cage schaffte es nach zehn Tagen, die Eine-Million-Zuschauer-Hürde in Deutschland zu überspringen. "Asterix bei den Olympischen Spielen" hatte den schwächsten Start der bisher drei Realverfilmungen der Comicbuch-Reihe.

Auf den weiteren Plätzen blieb "Keinohrhasen" trotz der Heraufsetzung der Altersgrenze von sechs auf zwölf Jahre eine Bank am Box Office: 280.000 Besucher wollten den Til-Schweiger-Film am siebten Wochenende sehen. Auf Platz vier landete das Leinwand-Drama "P.S. Ich liebe Dich" nach dem Bestseller-Roman von Cecilia Ahern mit 230.000 verkauften Tickets; auf Platz fünf die Rentner-Witzelei "Das beste kommt zum Schluss" mit Jack Nicholson und Morgan Freeman, der es am zweiten Wochenende auf 150.000 Besucher brachte.

Der abgeschnittene Kopf der Freiheitsstatue im Horror-Wackel- Film "Cloverfield" konnte an seinem Debütwochenende in Deutschland nicht allzu sehr schocken und verpasste mit 140.000 Zuschauern den Einzug in die Top fünf. Ebenso wie das in Naturbildern schwelgende Aussteigerporträt "In die Wildnis" von Sean Penn, der nur 40.000 Besucher anlockte, aber auch nur in 77 Kinos zu sehen war.

cc/dpa