Box Office Hannibals Rückkehr
New York - Der erste Teil der Saga um den Killer-Kannibalen Hannibal Lecter wurde bereits 1986 von Michael Mann unter dem Titel "Manhunter" verfilmt. Das Remake "Roter Drache" (im Original "Red Dragon", wie auch der Romantitel von Thomas Harris) brachte dem Hollywood-Studio Universal am ersten Wochenende 37,5 Millionen Dollar (38,2 Millionen Euro) in US- und kanadischen Filmtheatern ein, wie die vorläufige Auswertung vom Montag zeigte. Dieses Ergebnis liegt zwar deutlich hinter dem Startergebnis von "Hannibal" (58 Millionen Dollar) im vergangenen Jahr, ist aber immerhin der stärkste Oktober-Rekord aller Zeiten.
Anders als "Hannibal", dem Abschluss der Trilogie über den charmant-psychopathischen Killer Hannibal Lecter und seine Verstrickung mit dem FBI, erntete "Roter Drache" fast ausschließlich Zuspruch. Kritiker lobten das "Prequel" als weniger blutig, dafür aber psychologisch differenzierter und intelligenter als "Hannibal", ergo mehr im Stile von Jonathan Demmes Verfilmung von "Das Schweigen der Lämmer" (1991).
In "Roter Drache", der zeitlich vor den Ereignissen von "Das Schweigen der Lämmer" und "Hannibal" spielt, wird Lecter (erneut von Anthony Hopkins verkörpert) von seinem Erzfeind, dem jungen FBI-Agenten Will Graham (Ed Norton) gebeten, sich in die Psyche eines neuen Serienmörders hinein zu versetzen und zu seiner Ergreifung beizutragen. Der Killer wird von Ralph Fiennes mit großer Ambivalenz als innerlich zerrissener und zutiefst gestörter Mann dargestellt. Der Film kommt Ende Oktober auch in deutsche Kinos.
Der Spitzenreiter der vergangenen Woche, "Sweet Home Alabama", wurde auf den zweiten Platz verdrängt. Die romantische Komödie mit Reese Witherspoon spielte allerdings in nur zehn Tagen beeindruckende 65,6 Millionen Dollar ein. Die Action-Komödie "The Tuxedo - Gefahr im Anzug" mit Jackie Chan über einen Chauffeur, der durch einen Smoking zum kampfesfreudigen Geheimagenten wird, fiel einen Platz auf Rang drei ab. Platz vier und fünf werden ebenfalls von alten Bekannten belegt: Dauerbrenner "My Big Fat Greek Wedding" rangiert vor der Milieukomödie "Barbershop".