Box Office Hasta la vista, Blondine!
Los Angeles - "So viel Öl hab' ich nicht gesehen, seit ich mich das letzte Mal für den Mister-Universum-Wettbewerb einölte", scherzte Arnold Schwarzenegger am Freitag bei seiner Stippvisite im Lager der US-Truppen im Irak. Grund zur guten Laune hat er durchaus, denn "Terminator 3: Rebellion der Maschinen" (Deutschland-Start am 31. Juli), der am selben Tag zum ersten Mal auf den heimischen Kinoleinwänden flimmerte, begeisterte nicht nur die Soldaten.
Zwölf Jahre mussten Schwarzenegger-Fans darauf warten, den Muskelberg wieder in Aktion zu sehen - die Produzenten Andy Vajna und Mario Kassar wurden für ihr nicht immer beabsichtigtes Auf-die-Folter-spannen fürstlich belohnt. Rund 72,5 Millionen Dollar spielte "Terminator 3" seit seiner Premiere am vergangenen Mittwoch ein, das sind 40 Prozent mehr als "Terminator 2: Judgment Day" von James Cameron an seinem Startwochenende 1991 umsetzte. Nach Angaben der Zeitschrift "Variety" gab es bei den Produktionsfirmen trotzdem hängende Mundwinkel, sie hatten eigentlich mit noch höheren Einnahmen gerechnet. Die BBC sieht die Ursache des immensen Umsatzanstiegs indes vor allem in den gestiegenen Preisen für Kino-Eintrittskarten. Bei "Rebellion der Maschinen" seien sogar etwas weniger Karten verkauft worden als für den "Tag der Abrechnung".
"Legally Blonde 2" konnte nicht mithalten
Im Sturm auf Platz eins konnte den Terminator dennoch kein Konkurrent aufhalten, schon gar nicht die im Vorwege von US-Medien gehypte Komödie "Legally Blonde 2: Red, White and Blonde". 39,2 Millionen Dollar spielte die Fortsetzung der Romanze mit Reese Witherspoon als Blondchen fünf Tage nach ihrem Start ein. Der Vorgänger "Legally Blonde" hatte im Sommer 2001 im selben Zeitraum knapp 23 Millionen Dollar eingebracht und galt damals als Überraschungserfolg.
"Charlie's Angels" ließen sich auch nach dem eher enttäuschenden Start in der vergangenen Woche nicht von den Top 3 der Charts vertreiben. Die Einnahmen taumelten gegenüber dem Startwochenende jedoch um etwa 62 Prozent in die Tiefe. Immerhin spielten die drei Action-Vamps Cameron Diaz, Lucy Liu und Drew Barrymore in den vergangenen Tagen noch 14,2 Millionen Dollar ein. Das reichte nur für den dritten Rang.
Dauerbrenner "Findet Nemo"
Der grüne Muskelprotz "Hulk" wütet derweil drei Wochen nach seinem Start mit 8,2 Millionen Dollar Umsatz nur noch an fünfter Stelle der nordamerikanischen Kino-Hitliste, gleich hinter dem Disney-Dauerbrenner "Findet Nemo". Auch an seinem sechsten Wochenende fielen die Einnahmen des Trickfilms um lediglich 21 Prozent. 274,9 Millionen Dollar spielte das Untersee-Abenteuer bis jetzt in die Kinokassen und überholte damit sogar den bisherigen Jahresschlager "Matrix Reloaded". "Shrek", der bis dato als erfolgreichster Animations-Film aller Zeiten galt, kann nun ebenfalls nicht mehr gegen "Nemo" anstinken.
Der dritte Neustart am amerikanischen Independence-Day-Wochenende war das neue Animations-Spektakel von Disney-Konkurrent Dreamworks, "Sinbad: Der Herr der Sieben Meere". Allerdings schienen die US-Amerikaner nur wenig begeistert von der Suche nach dem Buch des Lebens, obwohl Topstars wie Brad Bitt, Catherine Zeta-Jones und Michelle Pfeiffer den Charakteren ihre Stimmen geliehen hatten. "Sinbad" floppte mit Einnahmen von nur zehn Millionen Dollar und musste sich mit dem sechsten Platz der Charts zufrieden geben.