Box Office: Hausarrest für Kinofans - DER SPIEGEL
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Box Office Hausarrest für Kinofans

Junge, Junge: Dieser Teenager lebt gefährlich. Er darf nicht aus dem Haus und muss einen Mord aufklären. Amerikas Kinogänger fieberten mit und verhalfen "Disturbia" erneut zu Platz eins der Charts. In Deutschland knattert John Travolta als Motorrad-Opa über die Leinwände.
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Ein Teenager, der nicht aus dem Haus darf und einen Mord beobachtet: Wer jetzt an Hitchcocks "Fenster zum Hof" denkt, liegt richtig. In "Disturbia"  wird der Thriller-Klassiker für die Generation iPod umgemodelt. Statt Fotograf ist es ein Gameboy- und TV-versessener Junge (Shia LaBeouf), der das Haus hüten und einen Mord aufklären muss.

Das Teenie-Abenteuer läuft schon die dritte Woche an der Spitze der amerikanischen Kino-Charts (9,1 Millionen Dollar). Pech für "Next" , ebenfalls ein Thriller, allerdings mit einem weitaus größeren Star. Nicolas Cage spielt einen Mann, der in die Zukunft sehen kann und vom FBI gejagt wird. Der Film endet vermutlich als Flop: Beim Start kam die kostspielige Verfilmung eines Philip-K.-Dick-Romans nur auf 7,2 Millionen Dollar und belegt damit Platz drei.

Auf Platz zwei und vier ebenfalls Gewalt und Unheil: In "Unsichtbar - Zwischen zwei Welten" muss ein untoter Junge seinen eigenen Körper aufspüren (7,6 Millionen Dollar), in "Das perfekte Verbrechen" beweist Sir Anthony "Hannibal" Hopkins erneut, dass er das Böse in vollendeter Eleganz verkörpern kann (7,1 Millionen Dollar). Schlusslicht der Top Fünf: Die wunderbar schräge Komödie "Die Eisprinzen" mit Komiker Will Ferrell. Zwei skurrile Eiskunstläufer raufen sich für eine Meisterschaft zusammen - die Betonung liegt eindeutig auf raufen (5,2 Millionen Dollar).

In Deutschland spannt das Marketing bereits flächendeckend ein Netz aus Werbemaßnahmen für "Spider-Man 3". Bevor sich der blaurote Superheld ab 1. Mai auf unsere Leinwände schwingt, knattert John Travolta mit seiner Altherren-Motorrad-Clique in "Born to bei Wild - Saumäßig unterwegs" durch die Kinosäle (180.000 Besucher).

Auf ähnlichem Intelligenz-Niveau: Oliver Poche als "Vollidiot" (rund 80.000 Besucher) und Rowan Atkinson in "Mr. Bean macht Ferien" (75.000 Kinogänger). Platz vier geht an den Historien-Workout "300"  (60.000 gelöste Tickets), Platz fünf teilen sich Danny Boyles Science-Fiction-Streich "Sunshine"und der Kinderfilm "Die wilden Hühner und die Liebe" (jeweils 40.000 Besucher).

Die Neulinge der Woche bestechen mit Sinn fürs Dekor (Historienspektakel "Der Fluch der goldenen Blume", 12.000 Besucher), Gespür für die Abgründe des Vorstadtlebens (Drama "Little Children", 9000 Tickets) und Mut zur semantischen Lücke (Filmrätsel "Inland Empire"; 5000 Besucher).

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