Box Office Held bleibt Held
Los Angeles/Hamburg - In den USA gehört das erste Wochenende im September, Beginn der Herbstsaison, traditionell zu den schwächsten Umsatztagen des Jahres. Die Sommer-Blockbuster sind schon fast vergessen, die Oscar-Anwärter lassen noch auf sich warten. In diese konkurrenzarme Zeit hinein hatte die Filmfirma Miramax in der vergangenen Woche Zhang Yimous aufwändiges Historien- und Kampfkunst-Drama "Hero" gestartet, das sich trotz chinesischer Originalsprache und mit Untertiteln an die Spitze der Box-Office-Charts setzte. Auch nach zehn Tagen kann sich der Film mit Actionstar Jet Li in der Hauptrolle auf dem Spitzenplatz behaupten. Nach vorläufigen Auswertungen setzte "Hero" allein am Wochenende noch einmal 8,8 Millionen Dollar um und erhöht seinen Gesamtumsatz auf 32,5 Millionen Dollar - ansehnlich für einen fremdsprachigen Film in den USA.
Konkurrenz gab es indes durchaus, nur konnte sie sich nicht auf den höheren Rängen der Charts platzieren. Der beste Neustart, der Fotografen-Thriller "Paparazzi" (mit Cole Hauser), landete mit 6,25 Millionen Dollar Umsatz auf Platz vier, gefolgt von der Komödie "The Cookout" (5,6 Millionen Dollar) und Mira Nairs Literaturverfilmung "Vanity Fair" (mit Reese Witherspoon), die bereits am Mittwoch angelaufen war, aber dennoch nur 4,8 Millionen Dollar einspielte.
Kaum Veränderung gibt es daher auf den Plätzen zwei und drei: Die sommerliche Abenteuer-Komödie "Without a Paddle" setzte noch einmal 7,7 Millionen Dollar um (insgesamt 37,9 Millionen); der Reptilien-Thriller "Anacondas" spielte weitere 6,3 Millionen Dollar ein (insgesamt 22,2 Millionen).
In Deutschland beginnt die Herbstsaison unterdessen mit einem neuen Spitzenreiter: Der Science-Fiction-Film "Riddick - Chroniken eines Kriegers" war am vergangenen Donnerstag mit 391 Kopien gestartet und hat am Wochenende rund 270.000 Zuschauer ins Kino gelockt - trotz sommerlicher Temperaturen. Das Science-Fiction-Spektakel "Riddick" erzählt die Fortsetzung des Independent-Thrillers "Pitch Black" (2000).
Mit den hinteren Rängen mussten sich "King Arthur" und der "Girls Club" begnügen. Laut Branchenmagazin "Blickpunkt: Film" lockten beide Filme noch etwa 140.000 Zuschauer in die Kinosäle. Platz vier und Fünf belegen ebenfalls alte Bekannte: "(T)Raumschiff Surprise" nähert sich mit weiteren 125.000 Besuchern der Neun-Millionen-Zuschauer-Marke; für die Cartoon-Katze "Garfield" entschieden sich etwa 115.000 Zuschauer.
Die zahlreichen Neustarts der vergangenen Woche schafften es also allesamt nicht in die Top fünf. Disneys Trickfilm "Die Kühe sind los" (379 Startkopien) landete mit ungefähr 85.000 Besuchern auf Rang sechs, das HipHop-Drama "Street Style" ("You Got Served") erreicht trotz geringer Kopienzahl (115) 75.000 Kinogänger.
Marco Kreuzpaintners romantische Komödie "Sommersturm" (mit Robert Stadlober) schaffte es mit 57.000 Zuschauern nur auf Platz zehn, gefolgt von dem hoch gelobten Chorsänger-Dramolett "Die Kinder des Monsieur Mathieu" mit 52.000 Besuchern bei 139 Startkopien.
Die Nicholas-Sparks-Verfilmung "Wie ein einziger Tag" ("The Notebook") entäuschte mit 22.000 Besuchern bei 106 Startkopien. Woody Allens Komödie "Anything Else" (54 Kopien) und Chan-wook Parks Rachedrama "Old Boy" (96 Kopien) kamen je auf 10.000 Zuschauer.