Box Office Heroin und Honigbiene
Hamburg/Los Angeles - Gleich drei Superstars brauchte es, um die Einspielergebnisse in den US-Kinos nach wochenlanger Misere wieder anzuheben: Denzel Washington und Russell Crowe starteten als Gangsterboss und Polizist in Ridley Scotts "American Gangster" - und konnten ihre bisher besten Startergebnisse feiern: 46,3 Millionen Dollar setzte das zweieinhalbstündige Gangsterepos von Freitag bis Sonntag in 3054 Kinos um., ungewöhnlich viel für einen mit einem R-Rating altersbeschränkten Film. Zum Vergleich: Martin Scorseses "The Departed" startete im Oktober letzten Jahres mit ähnlicher Starbesetzung, aber nur rund 27 Millionen Dollar Umsatz. Das R-Rating ist vergleichbar mit einer Altersbeschränkung ab 18 Jahren.
Oscar-Preisträger Denzel Washington, der in "American Gangster" (Deutschlandstart: 15. November) den New Yorker Drogenboss Frank Lucas verkörpert, hatte sein bisher bestes Startergebnis 2005 mit Spike Lees "Inside Man" (29 Millionen Dollar). Russell Crowes bester Start war natürlich "Gladiator" mit 34,8 Millionen Dollar - ebenfalls unter der Regie von Ridley Scott. Crowe spielt in "American Gangster" einen aufrechten Polizisten, der erst zum Gegenspieler des Drogenbarons, später zu dessen Anwalt wird. Beide Schauspieler gelten schon jetzt als Favoriten für die Oscar-Nominierungen.
Der dritte Joker an diesem umsatzstarken Wochenende ist Komiker Jerry Seinfeld, der - als Stimme einer animierten Biene - mit "Bee Movie - Das Honigkomplott" (Deutschlandstart: 13. Dezember) in 3928 Kinos startete und auf Anhieb 39,1 Millionen Dollar umsetzte - Platz zwei der nordamerikanischen Box-Office-Charts.
Vorwochenspitzenreiter "Saw IV" büßte rund 65 Prozent seines Startumsatzes ein und setzte am zweiten Wochenende 11 Millionen Dollar um. Immerhin spielte das Horror-Sequel bereits 51 Millionen Dollar in nur zehn Tagen ein. Auf dem vierten Rang landete die Komödie "Dan in Real Life", die 31 Prozent des Vorwochenumsatzes einbüßte und noch einmal 8,1 Millionen Dollar umsetzte. Der Vampirfilm "30 Days of Night" beschließt die Top fünf mit soliden 4 Millionen Dollar am dritten Wochenende.
Der dritte Neustart des Wochenendes konnte keine großen Umsätze produzieren: "The Martian Child" ("Mein Kind vom Mars") lief mit stattlichen 2020 Kopien an und verfügt mit Hauptdarsteller John Cusack über einen Sympathieträger erster Güte - gereicht hat es dennoch nur für 3,6 Millionen Dollar - Platz sieben.
In Deutschland gab es am Wochenende trotz zahlreicher kleinerer Neustarts kaum Veränderungen. Bully Herbigs Animationsfilm "Lissi und der wilde Kaiser" war in der vergangenen Woche hinter den Erwartungen zurückgeblieben, erwies sich aber als Spätzünder. Laut "Blickpunkt: Film" wollten 525.000 Zuschauer Franz und Lissis Abenteuer verfolgen - was bedeutet, dass der Film im Vergleich zum Startwochenende kaum Einbußen hinnehmen musste und nach zehn Tagen bereits bei 1,3 Millionen Besucher hatte.
US-Konkurrent "Ratatouille" hält sich hartnäckig auf Platz zwei: Am fünften Wochenende wurden für den Pixar-Animationsfilm noch einmal 460.000 Tickets gelöst. Schon jetzt ist "Ratatouille" mit knapp 5 Millionen Besuchern der dritterfolgreichste Film des Jahres - und inzwischen auch der erfolgreichste Animationsfilm 2007. "Die Simpsons" mussten mit ihren 4,6 Millionen Besuchern auf Platz zwei weichen.
Bester Neustart war die US-Komödie "Nach 7 Tagen - Ausgeflittert", der es mit 491 Kopien im Einsatz mit 350.000 Besuchern auf Platz drei schaffte. Für die Regie führenden Farrelly-Brüder ("Verrückt nach Mary") war es der beste Start seit ihrer Komödie "Schwer verliebt", die 2001 mit rund 460.000 Zuschauern gestartet war. Auf Platz vier hält sich der Fantasy-Film "Der Sternenwanderer" mit abermals 80.000 Zuschauern, gefolgt von "Chuck und Larry", die noch einmal rund 70.000 Besucher versammelten.
Weitere Neustarts in den Top 20: "Bis zum Ellenbogen" lockte mit nur 42 Kopien immerhin 17.000 Besucher. "Königreich Arktis" musste sich in 109 Kinos mit 15.000 Zuschauern begnügen. Insgesamt wurden fast 2 Millionen Tickets verkauft.
bor/AP
Korrektur: Irrtümlich behaupteten wir in diesem Text, "American Gangster" habe den besten Start eines R-Rating-Films gehabt. Richtig ist: Der Film mit dem bisher stärksten Startumsatz eines mit "R" beschränkten Films in den USA war "The Matrix Reloaded" (2003) mit 91,7 Millionen Dollar. In diesem Jahr war es "300" mit rund 71 Millionen Dollar Startumsatz (Quelle: boxofficemojo.com)