Box Office Himmlischer Kitsch
Los Angeles/Hamburg - Es waren vor allem Frauen über 25, die der romantischen Komödie "Just Like Heaven" einen so fulminanten Start beschert haben. Laut Jim Tharp, Vertriebschef des Dreamworks-Studios, stellten sie zwei Drittel des Publikums am vergangenen Wochenende - und trugen kräftig dazu bei, die für den Spitzenplatz nötigen 16,1 Millionen Dollar Umsatz an der Kinokasse zu bringen.
In dem Film von Regisseur Mark Waters ("Mean Girls", "Freaky Friday") verliebt sich ein Junggeselle (Mark Ruffalo) in den Geist des Mädchens (Reese Withersoon), das vor ihm in seiner Wohnung gelebt hat. Die meisten Kritiker hatten zwar die allzu vorhersehbare Handlung und die traditionelle Machart der Komödie bemängelt, dennoch scheint allein das Starpotential von Reese Witherspoon ("Legally Blonde") auszureichen, um viele Zuschauer anzuziehen.
Der Spitzenreiter der Vorwoche, "The Exorcism of Emily Rose" , musste sich mit dem zweiten Rang der nordamerikanischen Box-Office-Charts zufriedengeben. Das Okkult-Drama setzte in seiner zweiten Woche 15,3 Millionen Dollar um. Auf Platz drei folgt mit "Lord of War" ein weiterer Neustart; der Thriller mit Nicolas Cage, Ethan Hawke und Jared Leto, konnte sich jedoch mit 9,2 Millionen Dollar nicht gegen die Konkurrenz behaupten.
Platz vier ging an die Dauerbrenner-Komödie "The 40-Year-Old Virgin" , die noch einmal 5,6 Millionen Dollar umsetzte und ihr Gesamtergebnis auf 90,6 Millionen erhöhte. Mit 4,6 Millionen Dollar nur auf Rang fünf schaffte es der neu gestartete Teenie-Gruselfilm "Cry Wolf" , in dem Rocksänger Jon Bon Jovi eine kleine Rolle spielt.
In Deutschland gibt es unterdessen zum ersten Mal seit Til Schweigers "Barfuss" (April) wieder einen deutschen Film an der Chartspitze: Die neu gestartete Bestseller-Verfilmung "Die weiße Massai" schaffte jedoch keine Besucherzahlen von "Untergang"-Format: Mit 385 Kopien gestartet, wurde Hermine Huntgeburths Film bei sehr solidem Schnitt von etwa 265.000 Zuschauern gesehen, berichtet das Fachmagazin "Blickpunkt: Film".
Der Vorwochenspitzenreiter "Verliebt in eine Hexe" hielt sich nach wie vor bestens und kam am dritten Wochenende noch einmal auf rund 140.000 Besucher, gefolgt von "Transporter - The Mission" , der ebenfalls sechsstellige Zahlen schrieb und etwa 105.000 Zuschauer in die Kinos lockte. Wes Cravens Thriller "Red Eye" wurde von knapp 70.000 Kinogängern gesehen, was für Platz vier reichte. Erst auf Platz fünf landete der kostspielige US-Sommer-Flop "Stealth - Unter dem Radar" (292 Kopien). Lediglich 65.000 Besucher wollten das 100-Millionen-Dollar-Spektakel sehen.
Während Jim Jarmuschs "Broken Flowers" weiterhin als Schnittkönig (Zuschauer pro Kopie) Platz sechs belegte, startete auch "Guess Who - Meine Tochter kriegst du nicht" (300 Startkopien) mit 60.000 Zuschauern etwas mau. Insgesamt wurden rund 1,2 Millionen Tickets gelöst.