Box Office: Hit mit haariger Verwandtschaft - DER SPIEGEL
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Box Office Hit mit haariger Verwandtschaft

Affen faszinieren die Menschheit seit jeher - so wurde nun auch ein neues Prequel für den Filmklassiker "Planet der Affen" ein großer Kassenerfolg in den USA. Die deutschen Kinogänger erfreuten sich an anderen menschenähnlichen Wesen: "Die Schlümpfe" ist die neue Nummer eins.
Neustart einer traditionsreichen Reihe: Filmszene aus "Rise of the Planet of the Apes"
Neustart einer traditionsreichen Reihe: Filmszene aus "Rise of the Planet of the Apes"

Neustart einer traditionsreichen Reihe: Filmszene aus "Rise of the Planet of the Apes"

Foto: 20th Century Fox
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Hamburg/Los Angeles - Auf der Liste der potentiellen Blockbuster des Kinosommers 2011 stand "Rise of the Planet of the Apes" unter ferner liefen, wenn überhaupt. Nach Testvorführungen rechneten Branchenkenner mit einem nur mäßigen Einspielergebnis am Startwochenende von rund 35 Millionen Dollar, berichtet die "Los Angeles Times". Doch nun hat der Film, der unter dem Titel "Planet der Affen: Prevolution" am Donnerstag auch in die deutschen Kinos kommen wird, alle Erwartungen übertroffen.

54 Millionen Dollar spielte der Film, in dem die Affen San Francisco erobern, an seinem ersten Wochenende in den nordamerikanischen Kinos ein und übernahm damit souverän die Spitze der Kinocharts. Kritiker hatten "Rise of the Planet of the Apes" sehr gelobt - etwa als Sommerunterhaltung, die nicht die Intelligenz der Zuschauer beleidige, wie Kenneth Turan von der "LA Times" schrieb. Besonders die schauspielerische Leistung von Andy Serkis stieß auf Beifall: Serkis, der schon King Kong und den Hobbit Gollum darstellte, spielt hier den Schimpansen Caesar, der aus einem Tierversuchslabor entkommt.

"Rise of the Planet of the Apes" ist ein Prequel für den Filmklassiker "Planet der Affen" aus dem Jahre 1968, als der Stoff des gleichnamigen Romans von Pierre Boulle erstmals ins Kino kam. Die menschliche Hauptrolle spielte damals Charlton Heston, diesmal gibt James Franco die wichtigste Menschenfigur. Bis in die Siebziger hinein gab es noch vier Fortsetzungen des Kinofilms. 2001 folgte ein weiterer Affenplaneten-Film, diesmal von Regisseur Tim Burton und mit Mark Wahlberg als Hauptdarsteller - er startete mit einem Einspiel von 68,5 Millionen Dollar sogar noch erfolgreicher.

Doch damals gab es keine weiteren Fortsetzungen - diesmal könnte das anders sein: Regisseur Rupert Wyatt kann sich angeblich alle möglichen Fortsetzungen vorstellen, wie er dem Kinoblog Filmschoolrejects.com sagte. Nach diesem guten Start werden die Studiobosse nicht abgeneigt sein.

Den zweiten Platz der US-Kinocharts verteidigten "Die Schlümpfe". Die blauen Männchen verloren nur 41 Prozent ihres Einspielergebnisses vom Startwochenende und überrundeten mit einem Einspiel von 21 Millionen Dollar den Science-Fiction-Western "Cowboys & Aliens", der am Vorwochenende noch auf Platz eins gestanden hatte - nun aber mit einem Minus von 57 Prozent und eingespielten 15,7 Millionen nur noch den dritten Rang der Hitliste erreicht.

Ebenfalls als Enttäuschung muss das Ergebnis des zweiten großen Neustarts der Woche gelten: In "The Change-Up" spielen Ryan Reynolds und Jason Bateman einen Familienvater und einen überzeugten Single, die die Körper tauschen - ein Szenario, das den Zuschauern wohl allzu bekannt vorkam, weshalb der Film, der auf deutsch "Wie ausgewechselt" heißen wird, nur 13,5 Millionen Dollar einspielte.

In den aktuellen US-Kinocharts belegt der letzte Harry-Potter-Film zwar nur noch den sechsten Rang, aber er ist nach vier Wochen im Kino inzwischen "Transformers: Dark of the Moon" im Gesamtumsatz so dicht auf den Fersen, dass er wohl schon am Dienstag zum erfolgreichsten Film des Jahres werden wird. Weltweit ist "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2" bereits der dritterfolgreichste Film aller Zeiten - hinter den unerreichbaren "Avatar" und "Titanic".

"Harry Potter 8" in Deutschland erstmals verdrängt

In Deutschland musste "Harry Potter" zum ersten Mal seit dem Kinostart am 14. Juli den Spitzenplatz in den Charts abgeben. Laut Media Control wollten weitere 333.000 Zuschauer den Zauberlehrling bei seinem letzten Auftritt sehen - insgesamt wurden damit schon 5,5 Millionen Tickets verkauft.

Die neue Nummer eins an den deutschen Kinokassen sind "Die Schlümpfe": Den 3D-animierten Film über die blauen Gesellen sahen an seinem Startwochenende 536.000 Zuschauer. Damit war die Comic-Verfilmung klar der beste Neustart.

Hinter dem drittplatzierten Autospektakel " Cars 2" (dem Branchenblatt "Blickpunkt:Film" zufolge 280.000 Zuschauer) schaffte es der Retro-Science-Fiction-Film " Super 8" unter der Regie des Spielberg-Fans J. J. Abrams auf den vierten Platz mit rund 180.000 Zuschauern. Dahinter folgen die Komödien "Der Zoowärter" und " Brautalarm". Für den Teeniefilm "Plötzlich Star" mit Selena Gomez interessierten sich an seinem Startwochenende 83.000 junge Kinogänger, was laut Media Control für Platz sieben reichte.

feb/dpa/dapd/AP/Reuters