Box Office Höllenjunge vor Schädelspalter
Los Angeles/Hamburg - Ron Perlman, bekannt geworden als rattenknabbernder Mönch in "Der Name der Rose", führt mit seinem neuen Film "Hellboy" die Box-Office-Charts vom vergangenen Wochenende an. Der in den USA eben gestartete Film, in dem Perlman einen rothäutigen aber durchaus liebenswerten Teufel mit großkalibriger Waffe gibt, setzte an seinem Premierenwochenende 23,5 Millionen Dollar um. Die Regie bei der Verfilmung des erfolgreichen US-Comics führte Guillermo del Toro ("Blade 2"). Auf Platz zwei stieg der ebenfalls neu gestartete "Walking Tall" mit dem Wrestler "The Rock" und dem "Jackass"-Star Johnny Knoxville ein. Das Remake eines Selbstjustiz-Dramas von 1973 spielte 15,3 Millionen Dollar ein.
"Scooby-Doo 2: Monsters Unleashed" fiel mit 15 Millionen Dollar von Platz eins auf Platz drei zurück. Insgesamt hat der tapfere Cartoon-Hund 50 Millionen Dollar in zwei Wochen eingespielt. Zwei weitere Neustarts konnten sich ebenfalls in den Top Five platzieren: Eine Zeichentrick-Kuh aus dem Hause Disney schaffte es mitsamt dem Film "Home on the Range" und 14 Millionen Dollar Umsatz auf Platz vier, Julia Stiles und die Liebesgeschichte "The Prince and Me" landete mit zehn Millionen Dollar auf Platz fünf.
Dass gleich fünf Filme an einem Wochenende im April über zehn Millionen Dollar einspielen, ist eine Seltenheit im US-Kino. Die Top 12 spielten insgesamt 114 Millionen ein, ein Zuwachs um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eingeläutet wurde der erfolgreiche Kino-Frühling natürlich von Mel Gibsons Bibelfilm "The Passion of the Christ", der an diesem Wochenende mit einem Ergebnis von 9.9 Millionen Dollar auf Platz sechs landete, insgesamt aber allein in den USA bisher rund 330 Millionen Dollar eingespielt hat. Der Verleih Newmarket Films hat in Erwartung eines boomenden Ostergeschäftes noch einmal 200 zusätzliche Kopien in Umlauf gebracht.
Die Inlandseinnahmen Hollywoods liegen in diesem Jahr bisher bei etwa 2 Milliarden Dollar, sechs Prozent mehr als im vergangenen Jahr.
In den deutschen Kinos konnten sich in der dritten Woche in Folge Disneys "Bärenbrüder" mit etwa 310.000 Besuchern an der Spitze halten. Wie das Branchenmagazin "Blickpunkt: Film" meldet, konnte sich von den Neuzugängen der letzten Woche kein Film unter den ersten Fünf platzieren. So ergab sich an einem mit insgesamt 1,5 Millionen Besuchern relativ schwachen Wochenende ein kaum verändertes Bild der Charts: "Starsky & Hutch" kamen mit etwa 195.000 Zuschauern in der zweiten Woche erneut auf Platz zwei, gefolgt von "Die Passion Christi" mit ungefähr 145.000 Kinogängern, dem überraschend starken "Gothika" mit 115.000 Besuchern und "... und dann kam Polly" mit 95.000 Zuschauern.
Erst auf Platz sechs folgt der erfolgreichste Neueinsteiger: "Scooby Doo 2: Die Monster sind los" (589 Startkopien) startete sich mit etwa 80.000 Besuchern, unmittelbar dahinter lief "Peter Pan" (589 Startkopien) mit 75.000 Zuschauern an. Beide haben einen schwachen Schnitt von weniger als 200 Besuchern pro Kopie. Erst auf Platz zwölf findet sich "Abgefahren - Mit Vollgas in die Liebe", der bei 259 Startkopien auf etwa 45.000 Zuschauer kam. Nur auf Platz 14 landete "Derrick - Die Pflicht ruft", der mit 399 Kopien an den Start ging und nur 40.000 Kinogänger erreichte.