Box Office Hungrig nach Horror
Los Angeles/Hamburg - Warum sich mit aufwändigen Blockbuster-Produktionen abgeben, wenn mit billigen Filmen so viel Geld zu verdienen ist: Wie schon im vergangenen Jahr erfreut sich das Horror-Genre an der amerikanischen Kinokasse größter Beliiebtheit. So hatten am vergangenen Wochenende weder "Der König von Narnia" noch "King Kong" eine Chance gegen einen Neustart, der gerade mal 4,8 Millionen Dollar gekostet hat: "Hostel" , die Geschichte dreier Amerikaner, die auf einem Slowakei-Trip das Fürchten lernen, setzte an seinen ersten drei Tagen 20,1 Millionen Dollar um.
Noch nicht einmal Stars brauchte es, um die Blockbuster von der Chartspitze zu vertreiben: Die Hauptrollen in dem von "Cabin Fever"-Regisseur gedrehten Horrorfilm spielen die noch unbekannten Darsteller Jay Hernandez und Derek Richardson. Produziert wurde der Billig-Slasher jedoch von Quentin Tarantino - ein Name, der offenbar bei Kinogängern für blindes Vertrauen sorgt.
Der einzige weitere Neustart des Wochenendes, die Komödie "Grandma's Boy" , floppte mit 2,9 Millionen Dollar Umsatz auf Platz 13. "Der König von Narnia" (Platz zwei) setzte nach fünf Wochen noch einmal 15,4 Millionen Dollar um und nähert sich einem amerikanischen Gesamtergebnis von 250 Millionen Dollar (weltweit: 473 Millionen). "King Kong" folgt auf Rang drei mit 12,5 Millionen Dollar Umsatz in der vierten Woche. In den USA spielte Peter Jacksons Affen-Spektakel fast 200 Millionen Dollar ein, weltweit liegt er bei 464,5 Millionen Dollar.
Während es in den USA nach drei Wochen Laufzeit noch für Platz vier reicht (12,2 Millionen Dollar Umsatz), setzte sich die in Deutschland neu gestartete Komödie ""Dick und Jane: Zu allem bereit, zu nichts zu gebrauchen" mit Jim Carrey und Téa Leoni auf Anhieb an die Spitze der Charts. Laut "Blickpunkt: Film" Als erste Nummer eins des neuen Jahres lockte der mit 465 Kopien gestartete Film mit rund 330.000 Besucher vor "Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia".
Disneys Fantasy-Hit überschritt nach vier Wochen die Drei-Millionen-Besucher-Marke. Am Wochenende erreichte der größte deutsche Kinohit seit "Harry Potter und der Feuerkelch" noch einmal 320.000 Zuschauer (gesamt: 3,3 Millionen). Platz drei ging an "King Kong", der nach 220.000 Zuschauern am Wochenende bei insgesamt 2,2 Millionen Besuchern liegt.
Auf Platz vier und fünf folgen zwei weitere Neulinge: Die Cornelia Funke-Verfilmung "Herr der Diebe" lief mit 410 Kopien an und lockte knapp 220.000 Besucher in die Kinos; der mit 314 Kopien gestartete Kriegsfilm "Jarhead - Willkommen im Dreck" kam auf etwa 210.000 Besucher.
Deutlich zulegen konnte der mittlerweile mit 164 Kopien gezeigte "Match Point": 135.000 Zuschauer bedeuten das beste Wochenend-Ergebnis eines Woody Allen-Films überhaupt. Beeindruckende Ergebnisse erzielten auch die Neustarts "Sommer vorm Balkon" auf Platz neun und "Die chaotische Klasse 3,5" auf Platz zehn. Andreas Dresens Komödie wurde von ca. 105.000 Kinogängern gesehen, der türkische Komödienhit von etwa 90.000 Besucher. Beide Filme erzielten jeweils mehr als 1000 Besucher pro Startkopie. Insgesamt wurden am Wochenende in den deutschen Kinos 2,3 Millionen Tickets gelöst.