Box-Office Im Würgegriff der Superhelden
Hamburg/Los Angeles - Die deutschen Kinogänger mögen das Spektakel - zumindest visuell: Auf Platz eins der Charts hielt sich hartnäckig die Superheldenparodie "Hancock". Will Smith spielt darin einen abgehalfterten Hero, der gerne mal zur Flasche greift. Mit reichlich Spezialeffekten im Rücken vertreibt er allerlei Schurken aus seiner Stadt Los Angeles - und wird dabei selbst zu einem besseren Menschen.
Rund 680.000 Besucher wollten laut "Blickpunkt Film" Hancock auch in der zweiten Woche bei seinem Feldzug zuschauen. Das ist zwar ein Minus von knapp 50 Prozent im Vergleich zum Millionenstart, aber immer noch das beste zweite Wochenende, das ein Film in diesem Jahr einfahren konnte. Zwei Millionen Tickets wurden binnen 20 Tagen für die Actionkomödie gelöst.
Auf Platz zwei landete - wie in der Vorwoche - "Kung Fu Panda", der Animationsfilm aus dem Hause DreamWorks. Der Familienfilm bewies Stehvermögen und baute kaum ab. Wie in der Woche zuvor wollten rund 500.000 Besucher die Geschichte eines Pandabären sehen, der davon träumt, seine Kochschürze gegen einen Kung-Fu-Kampfanzug einzutauschen.
Angesichts des starken Führungsduos hatte der Neustart "Der unglaubliche Hulk" das Nachsehen. Die zweite Marvel-Verfilmung in diesem Jahr kam in 416 Kinos auf etwa 100.000 Zuschauer und war damit deutlich schwächer als "Iron Man", der im Mai noch mit mehr als 300.000 Kinogängern angelaufen war. Und auch der erste "Hulk" hatte vor fünf Jahren noch rund 220.000 Besucher zum Ticketkauf bewegen können.
Auf Platz vier kam "Sex and the City" mit 65.000 Kinogängern, gefolgt von "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" mit 50.000 Zuschauern. Der neu gestartete Ehekrimi "Married Life" schaffte es mit 10.000 Besuchern in 62 Kinos nur auf Platz 14. Der erste Francis-Ford-Coppola-Film seit zehn Jahren, "Jugend ohne Jugend ", landete mit 5000 Zuschauern auf Platz 20.
Auch in den USA setzten sich die Superhelden durch. Hier musste sich Hancock allerdings dem rothäutigen Vorschlaghammer Hellboy geschlagen geben. "Hellboy - Die goldene Armee" setzte am ersten Wochenende 35,9 Millionen Dollar um - das bedeutete Platz eins am Box-Office und bescherte Regisseur Guillermo del Toro das beste Startergebnis seiner Karriere. Der erste Teil der Comicverfilmung hatte 2004 mit 23,2 Millionen Dollar Startumsatz noch deutlich weniger einspielen können.
Vorwochenspitzenreiter "Hancock" baute um 47 Prozent ab und belegte mit 33 Millionen Dollar Platz zwei. Nach nur zwölf Tagen hat der Film in den USA damit 165 Millionen Dollar umgesetzt.
Eddie Murphy enttäuscht
Auf Platz drei schaffte es der zweite Neustart, "Journey to the Center of the Earth", mit 20,6 Millionen Dollar Umsatz. Und damit - wie könnte es anders sein - boxte sich wiederum ein mit Spezialeffekten gespickter Actionfilm weit nach vorne durch, diesmal ein Remake von Jules Vernes "Reise zum Mittelpunkt der Welt".
Der Pixar-Animationsfilm "Wall.E" landete mit 18,5 Millionen Dollar auf Platz fünf und kam damit auf ein vorläufiges Gesamtergebnis von 162,8 Millionen Dollar.
Schlechteren Zeiten blickt dagegen Eddie Murphy entgegen: Seine Komödie "Meet Dave!" enttäuschte am Startwochenende: In 3011 Kinos gestartet, setzte der Film lediglich 5,3 Millionen Dollar um - der schwächste Start eines Murphy-Films seit seinem legendären Misserfolg "Pluto Nash - Im Kampf gegen die Mondmafia".
cc