Box Office: Kassen-Coup der Coen-Brüder - DER SPIEGEL
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Box Office Kassen-Coup der Coen-Brüder

Eine (fast) sichere Nummer: Brad Pitt, George Clooney, Tilda Swinton, John Malkovich und Frances McDormand spielen die Hauptrollen in "Burn After Reading", dem neuen Film der Coen-Brüder. So viel Starbesetzung sicherte den Regie-Käuzen in den USA ihr bisher bestes Startergebnis.
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Los Angeles/Hamburg - Es gibt nur eine Handvoll Regisseure, die sich vor Beginn eines Films ihre Traumbesetzung überlegen - und diese dann tatsächlich auch bekommen. Joel und Ethan Coen, die neben Woody Allen wohl kauzigsten Arthouse-Regisseure Amerikas, gehören zu diesem erlauchten Kreis. Für "Burn After Reading", eine Posse über Agenten und Geheimdokumente, rekrutierten sie Brad Pitt, George Clooney, Tilda Swinton, John Malkovich und Frances McDormand (die allerdings mit Joel Coen verheiratet ist). Und alle machten für kleines Geld mit, weil sie die Coens für ihren Humor verehren - und in deren Filmen mal so richtig neben der Spur agieren können.

Nach dem düsteren "No Country For Old Men", mit dem die Coen-Brüder den Oscar für den besten Film gewannen, wirkt "Burn After Reading" wie eine launige Fingerübung - und bescherte den Kritikerlieblingen ihr bisher bestes Startergebnis in den USA. 19,4 Millionen Dollar setzte die Komödie am vergangenen Wochenende in 2651 Kinos um. Ihren bisherigen Spitzenumsatz erzielten die Coens ebenfalls mit einer Komödie, dem Remake "Ladykillers", das 2004 mit rund 12 Millionen Dollar angelaufen war. "Burn After Reading" ist allerdings auch der erst vierte Film der Regie-Brüder, der mit einer so großen Kopienzahl in die Kinos kam.

Drei weitere Neustarts sorgten für das beste Umsatzergebnis der US-Kinos seit sieben Wochen. Hinter dem neuen Spitzenreiter "Burn After Reading" plazierte sich Regisseur und Drehbuchautor Tyler Perry ("Why Did I Get Married?") mit seinem neuen Familiendrama "The Family That Preys", das in 2070 Kinos 18 Millionen Dollar einspielte.

Auf Rang drei folgt Jon Avnets Thriller "Righteous Kill" mit Robert De Niro, Al Pacino und 50 Cent in den Hauptrollen. In 3152 Kinos setzte das Legenden-Vehikel 16,5 Millionen Dollar um, was man als solide, aber nicht überragend bezeichnen kann. Ein Remake von George Cukors Klassiker "The Women" schaffte es aus dem Stand auf Platz vier (10,1 Millionen Dollar in 2962 Kinos). Die Komödie mit Meg Ryan und Annette Bening (Regie: Diane English) ist laut "Blickpunkt: Film" die letzte Produktion der aufgelösten Warner-Tochter Picturehouse. "The Dark Knight ", nach diesem Wochenende auf Rang sieben abgerutscht, steht in den USA bei rund 520-Millionen Dollar Umsatz.

Batman dominiert deutsche Kinosäle

Batman ist es auch, der in deutschen Kinos nach wie vor dominiert. Laut "Blickpunkt: Film" hielten sich "The Dark Knight" und "Wanted" mit beinahe identischen Besucherzahlen an der Spitze der deutschen Kinocharts. Die beiden Comic-Verfilmungen kamen jeweils auf rund 170.000 Besucher. Nach Umsatzzahlen liegt die Batman-Adaption leicht vorne und sichert sich damit erneut den Spitzenplatz.

Mathieu Kassovitz' missglückter Endzeit-Thriller "Babylon A.D." landete als bester Neustart auf Platz drei. Trotz stattlicher Kopienzahl (451) lockte der Science-Fiction-Film mit Vin Diesel von Donnerstag bis Sonntag nur etwa 135.000 Zuschauer. Das reichte immerhin, um sich vor dem Dauerbrenner "Mamma Mia!" zu plazieren. Das Film-Musical versammelte noch einmal 120.000 Abba-Fans vor den Leinwänden - und ist mit über 3,5 Millionen Zuschauern einer der drei erfolgreichsten Filme des Jahres (nach "Hancock" und "Unsere Erde"). "Leg dich nicht mit Zohan an" beschließt die deutschen Top fünf mit 105.000 Kinogängern.

"Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra" schaffte als weiterer Neustart den Sprung in die Top Ten: In 67 Kinos kam der italienische Cannes-Erfolg auf knapp 30.000 Besucher. Neu in den Top 20 sind überdies "Die Entdeckung der Currywurst" (52 Kopien, 18.000 Zuschauer) und "Die Stiefbrüder". Die Komödie mit Will Ferrell war in den USA ein veritabler Blockbuster, in Deutschland wird sie jedoch mit Missachtung gestraft: Nur 16.000 Zuschauer wollten Ferrell sehen, in 99 Kinos. Erstaunlich gut hält sich Andreas Dresens "Wolke 9". Das Drama um Sex im Alter lockte abermals 50.000 Zuschauer an.

Insgesamt ließen die Besucherzahlen jedoch mal wieder zu wünschen übrig: Nur 1,2 Millionen Tickets wurden von Donnerstag bis Sonntag gelöst.