Box Office Klischee macht Kasse
Wie schön, dass es Männer und Frauen und ihre ewiggleichen Probleme miteinander gibt, zumindest für Leander Haußmann: Seine Ratgeber-Verfilmung "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken" lockte rund 175.000 Besucher in die deutschen Kinos; er startete mit 293 Kopien. Der Film mit Benno Fürmann und Jessica Schwarz in den Hauptrollen markiert den besten Start in Haußmanns Karriere. Und er ist laut "Blickpunkt: Film" seine erste Nummer eins: "Sonnenallee" war 1999 mit 134.528 Zuschauern angelaufen, "Herr Lehmann" vier Jahre später mit 98.727 Besuchern, "NVA" ging 2005 mit 142.345 Kinogängern an den Start. Allerdings wurde keiner dieser Filme mit mehr als 160 Kopien ins Rennen geschickt.
Platz zwei sicherte sich Ridley Scotts "American Gangster" mit etwa 105.000 Zuschauern, knapp gefolgt vom Fantasy-Spektakel "Schwerter des Königs - Dungeon Siege", der in 456 Kinos anlief und mit etwas mehr als 100.000 Besuchern den besten Kinostart in der Karriere von Regisseur Uwe Boll markierte. Offenbar hat Hauptdarsteller Jason Statham als Star mittlerweile die nötige Zugkraft, die Popularität des zugrunde liegenden Videogames dürfte ihr Übriges getan haben. Dahinter platzierten sich drei junge Schlaumeier: "Die drei ??? - Das Geheimnis der Geisterinsel" mit rund 75.000 Besuchern. Der Dauerrenner "Ratatouille" komplettiert die Top Fünf mit knapp 70.000 Zuschauern.
Bemerkenswert in Deutschland: Viele hochgehandelte Neustarts verpassten die Top Ten. "Mr. Brooks", in dem Kevin Costner sich als bieder-bürgerlicher Serienmörder versucht, landete mit 20.000 Besuchern auf Platz zwölf. Und auch die medienkritische Kidnappergeschichte "Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel", Ben Afflecks starkes Regiedebüt mit Bruder Casey in der Hauptrolle, musste sich in 99 Kinos mit etwas mehr als 15.000 Kinogängern mit Platz 15 bescheiden. "Nichts als Gespenster", der unaufdringliche Episodenfilm über Dreißigjährige auf der Suche nach Leben und Liebe nach dem Buch von Judith Hermann, zog 12.000 Filmfans in die Kinos. Und der actionlastige Journalistenreißer "Hunting Party - Wenn der Jäger zum Gejagten wird" mit Richard Gere schaffte es schließlich nur noch mit Not in die Top 20 - als Letzter mit bloß 9000 Zuschauern in 103 Locations.
In den USA ist das Wochenende nach Thanksgiving traditionell schwach - und so war es auch in diesem Jahr. "Verwünscht!" verteidigte seine Spitzenposition. Ein Einspielergebnis von nur 17 Millionen Dollar reichte aus, um die Konkurrenz auf Distanz zu halten. Nach zwölf Tagen hat das moderne Märchen laut "Blickpunkt: Film" bereits 70,6 Millionen Dollar eingespielt. Platz zwei ging erneut an die Boxoffice-Überraschung "This Christmas". Die nette Weihnachtskomödie spielte bei einem akzeptablen Minus von 53 Prozent immerhin 8,4 Millionen Dollar steht und nun bereits bei 36,9 Millionen Dollar. Dahinter landete die schwache Mythenverfilmung "Die Legende von Beowulf", die an ihrem dritten Wochenende 7,9 Millionen Dollar umsetzte und ein Gesamtergebnis von 68,6 Millionen Dollar vorweisen kann.
Auf Platz vier findet sich mit "Awake" der erste Neuling. Der Thriller mit Hayden Christensen konnte sechs Millionen Dollar einspielen. Dahinter beschließt die Videogame-Verfilmung "Hitman - Jeder stirbt alleine" mit einem Einspielergebnis von 5,8 Millionen Dollar die Top Fünf. "No Country for Old Men", der grandiose Westernkrimi der Coen-Brüder, schaffte hingegen erstmals den Sprung in die Top Ten. Die Verfilmung eines Romans des Pulitzer-Preisträgers Cormac McCarthy spielte auf Platz acht 4,5 Millionen Dollar ein.
tdo