Box Office Königsdrama entthront "Kokowääh"
Colin Firth in "The King's Speech": Rekordergebnis für die Weinstein-Brüder
Foto: SenatorHamburg/Los Angeles - An einem Wochenende mit mehreren hochkarätigen Neustarts gewann der Animationsfilm " Rango" das Rennen um die Spitze der amerikanischen Kinocharts. 38 Millionen Dollar spielte der Western um ein Chamäleon im Hawaiihemd in 3917 Kinos ein, wie der Branchendienst Boxofficemojo.com meldet - und das, obwohl "Rango" anders als die meisten aktuellen Animationsfilme nicht in 3D gedreht ist und daher auf den zusätzlichen Umsatz durch Preisaufschläge für die dritte Dimension verzichten muss.
Der erste Animationsfilm der von George Lucas gegründeten Special-Effects-Firma Industrial Light & Magic kann mit zwei wichtigen Protagonisten der erfolgreichen "Fluch der Karibik"-Reihe glänzen: Gore Verbinski führt Regie und Johnny Depp spricht die Hauptrolle.
Gegen dieses Team keine Chance hatte der romantische Science-Fiction-Thriller "The Adjustment Bureau" mit Einnahmen von etwa 20,9 Millionen Dollar. Nach Angaben des US-Branchenblatts "Hollywood Reporter" fand das Regiedebüt des "Ocean's Twelve"-Autoren George Nolfi vor allem unter Erwachsenen Anklang: Etwa 73% der Zuschauer waren älter als 30 Jahre. Der Film mit Matt Damon kommt unter dem Namen "Der Plan" am 10. März in deutsche Kinos.
Auch auf dem dritten Platz findet sich ein Neuling, der allerdings auf ein deutlich jüngeres Publikum zugeschnitten ist: "High School Musical"-Star Vanessa Hudgens spielt die weibliche Hauptrolle in "Beastly", einer Variation der "Das Schöne und das Biest"-Geschichte, die 10,1 Millionen Dollar einspielte.
Hinter den Neustarts reiht sich die Komödie "Hall Pass" mit 9 Millionen Dollar Umsatz auf Platz vier ein. "Gnomeo und Julia" leidet unter der Konkurrenz von "Rango" im Familienfilmsegment - und kommt nur noch auf ein Einspiel von 6,9 Millionen Dollar.
Der berühmte Oscar-Schub blieb in diesem Jahr aus für den großen Gewinner " The King's Speech", dessen Umsatz allerdings nur um elf Prozent zurückging auf 6,5 Millionen Dollar - am Wochenende vor den Oscars hatte der Historienfilm aber sogar noch zugelegt. Dennoch: Das bisherige Gesamtergebnis von 123,8 Millionen Dollar macht "The King's Speech" zum erfolgreichsten Titel in der Geschichte der 2005 gegründeten Produktionsfirma von Bob und Harvey Weinstein, wie der Branchendienst "Blickpunkt:Film" vermerkt.
US-Hit "Rango" startet in Deutschland auf Platz vier
In Deutschland, wo der Film über die Sprachprobleme des englischen Königs George VI. weniger lange vor den Academy Awards in den Kinos lief als in den USA, machte sich hingegen ein deutlicher Schub durch die vier Oscars bemerkbar: Mit 260.000 Zuschauern (nach "Blickpunkt:Film"-Schätzungen) kletterte das Drama mit Colin Firth in der Hauptrolle an die Spitze der Kinocharts.
Das Königsdrama entthronte damit Til Schweigers Komödie " Kokowääh", die sich an ihrem fünften Kinowochenende mit 210.000 Zuschauern und Platz zwei zufrieden geben musste. Doch die Trauer wird sich in Grenzen halten angesichts der Gesamtbilanz von 3,5 Millionen Kinobesuchern bisher.
An dritter Stelle plazierte sich "Meine erfundene Frau" mit Komiker Adam Sandler in der Hauptrolle, der 205.000 Kinogänger anlockte - und damit vor dem stärksten Neustart der Woche blieb. Das war der US-Toptitel "Rango", dessen Humor in Deutschland anscheinend weniger gut ankommt. 190.000 Zuschauern wollten den Animationsfilm sehen.
Der Thriller "Unknown Identity" mit Liam Neeson und January Jones kam auf 160.000 Zuschauer und Platz fünf; dahinter folgen der Oscar-Pechvogel " True Grit" (130.000 Kinogänger) und der Fortsetzungs-Klamauk "Big Mama's Haus - Die doppelte Portion", dessen Filmstart 105.000 Besucher reizte.