Box Office Lichtschwerter zu Tierscharen
Während "Episode III" nur mit ein paar unterbeschäftigen Wookies aufwarten kann, präsentiert die digital animierte Komödie "Madagascar" aus dem Hause Dreamworks ("Shrek") ein rundherum tierisches Ensemble. Eine schreckhafte Giraffe, ein gutherziger Löwe, ein patentes Nilpferd und eine Clique ziemlich verschlagener Pinguine verdrängten am Wochenende George Lucas' Science-Fiction-Spektakel vom ersten Platz der Kino-Charts. Die Geschichte um Zoo-Tiere, die sich auf freier Wildbahn versuchen, ist seit zwei Wochen in den amerikanischen Kinos zu sehen und spielte am vergangenen Wochenende 28,7 Millionen Dollar ein.
Auch auf Platz zwei sind weder Jedi-Ritter noch Röchel-Sith, dafür bolzt sich US-Komiker Adam Sandler im Remake von "The Longest Yard" ("Spiel ohne Regeln", 1974) durch ein Football-Turnier zwischen Insassen und Aufsehern eines Gefängnisses. 26,1 Millionen Dollar spielte die Sportkomödie ein, in der neben Sandler auch der Komiker und letztjährige Oscar-Moderator Chris Rock, der Altstar Burt Reynolds und der Südstaaten-Rapper Nelly zu sehen sind.
Auch wenn es mit 26 Millionen Dollar Einspielergebnis nur zum dritten Platz reichte: "Episode III" knackte in Amerika die 300-Millionen-Dollar-Grenze. 308,8 Millionen Dollar hat der letzte Teil der "Star Wars"-Saga bereits umgesetzt. Bei 20th Century Fox, die den Film verleihen, hofft man, noch diese Woche die 400-Millionen-Marke zu erreichen. Als Wunschziel gilt der enorme Erfolg von "Star Wars: Episode 1 - Die dunkle Bedrohung", der 1999 bei gleicher Laufzeit auf 431 Millionen gekommen war.
Auf Platz vier schlug sich tapfer der beste Neustart der Woche: der Boxfilm "Cinderella Man" . Das von Ron Howard ("A Beautiful Mind") inszeniert Drama erzählt die Geschichte von Jim Braddock, einem Profiboxer, der 1935 in einem legendären Kampf den Schwergewichtsweltmeister Max Baer besiegte. In den Hauptrollen sind neben Russell Crowe ("Gladiator") die Oscar-Preisträgerin Renee Zellweger und Paul Giamatti ("Sideways") zu sehen. Trotz exzellenter Kritiken spielte der Film nur 18,6 Millionen Dollar ein.
Es folgen das ebenfalls neu angelaufene Jugenddrama "The Sisterhood of the Traveling Pants" um vier Freundinnen, die sich lebenslange Freundschaft schwören und eine Jeans-Hose zum Unterpfand ihrer Zuneigung machen (10,2 Millionen) und der in Skaterfilm "Dogtown Boys" (5,7 Millionen).
Deutschland bleibt den Sternenkriegern treu: "Episode III - Die Rache der Sith" steht immernoch auf eins der Charts (geschätzte 610.000 Besuchern bei insgesamt mittlerweile mehr als vier Millionen Kinogängern). Auf Platz zwei liefern sich Jane Fonda und Jennifer Lopez ihren so geschmacklosen wie langweiligen Zickenkrieg (150.000 Zuschauer). Platz drei geht an die neu gestartete Abenteuer-Komödie "Sahara" , die nach "Das Vermächtnis der Tempelritter" als weiterer Versuch gelten kann, die Schnitzeljagd als Action-Genre zu etablieren. 145.000 Kinogänger wollten den mit Matthew McConaughey und Penelope Cruz besetzten Film sehen.
Platz vier geht an die neu gestartete Horror-Klamotte "House of Wax" . Hier debütiert Millionen-Erbin Paris Hilton nicht etwa als Fachfrau für kosmetische Enthaarungsmethoden, sondern als College-Studentin im Kampf gegen einen Serienkiller (85.000 Besucher). Die Top Fünf rundet ab: Stephen Chows exzellente Martial-Arts-Komödie "Kung Fu Hustle" (60.000 Kinogänger). Als bester deutscher Neustart kam die Komödie "Am Tag, als Bobby Ewing starb" mit 11.000 Zuschauern auf Platz 13. Insgesamt hatten 1,5 Millionen Besucher an diesem Wochenende Lust auf Kino.