Box Office Lieber Wall-E als Jolie
Los Angeles/Hamburg - Es ist eine beeindruckende Erfolgsliste, die noch lange nicht zu Ende ist, wenn man die Zeichen richtig deutet: Nach Blockbustern wie "Toy Story", "Die Monster AG", Findet Nemo", "Cars" und "Die Unglaublichen" startete am vergangenen Freitag der jüngste Film aus der Animationswerkstatt des Pixar-Studios. "Wall-E" erzählt die rührend-komische Geschichte eines Abfallbeseitigungsrobotors, der auf der Erde sein Unwesen treibt, lange nachdem die Menschheit dahingeschieden ist. 62,5 Millionen Dollar setzte das Familienspektakel am Wochenende um und setzte sich souverän an die Spitze der nordamerikanischen Kino-Charts.
Animierter Held Wall-E: Allein unter den Sternen
Foto: Disney / PixarDer neunte abendfüllende CGI-Animationsfilm von Pixar war in 3992 Kinos angelaufen und erzielte erstmals seit "Findet Nemo" (2003) einen höheren Startumsatz als der vorangegangene Film des Hauses. Insgesamt gelang "Wall-E" der drittbeste Start eines Pixar-Films (hinter "Die Unglaublichen" und "Findet Nemo"). In Deutschland läuft der Film erst am 28. September an.
Von Kopf-an-Kopf-Rennen kann keine Rede sein, aber dennoch sind die Umsatzzahlen des Thrillers "Wanted" kaum weniger beeindruckend als die "Wall-E"-Werte. Die in 3175 Kinos gestartete Comic-Adaption des russischen Regisseurs Timur Bekmambetov ("Wächter des Tages") startete 51,1 Millionen Dollar und hatte damit den sechstbesten Start eines Films mit R-Rating in den USA. Mit 16.100 Dollar pro Kopie hatte "Wanted" sogar einen besseren Besucherschnitt als "Wall-E", der auf 15.600 Dollar pro Kopie kam. Hauptdarstellerin Angelina Jolie kann sich anscheinend trotz dominanter Mutterrolle in der Realität auf ihren Superstar-Status im Kino verlassen. In "Wanted" spielt sie die Angehörige eines geheimen Attentäter-Corps, die mit der Ausbildung eines Superhelden (James McAvoy) beauftragt wird.
Auf Platz drei rutschte Vorwochenspitzenreiter "Get Smart" ab. Die Agentenkomödie mit Steve Carell spielte am zweiten Wochenende 20 Millionen Dollar ein und liegt nach zehn Tagen bei soliden 77,3 Millionen Dollar. Universal Animationsabenteuer "Kung Fu Panda" hielt sich trotz "Wall-E" in den Top fünf und setzte am vierten Wochenende noch einmal 11,7 Millionen Dollar um (gesamt: 179,3 Millionen Dollar) - Rang vier. Platz fünf ging an "Der unglaubliche Hulk", der am dritten Wochenende 9,2 Millionen Dollar einspielte (gesamt: 115,5 Millionen Dollar).
Wiederum konnten sich amerikanische Kinobetreiber nicht über die nachhaltig kräftigen Umsätze beschweren. Die Filme in den Top zwölf setzten zusammen 179,2 Millionen Dollar um, 22 Prozent mehr als im Vergleichzeitraum des vergangenen Jahres.
Das krasse Gegenteil ist in deutschen Kinos zu beobachten: Am Finalwochenende der EM hatten es die heimischen Kinobetreiber noch einmal besonders schwer: Das Spitzenduo bildeten erneut "Sex and the City" und "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels", doch erreichte diesmal laut Fachmagazin "Blickpunkt: Film" kein einziger Film sechsstellige Besucherzahlen: "Sex and the City" genügten 95.000 Besucher für den ersten Platz, "Indiana Jones" sicherte sich mit 80.000 Zuschauern den zweiten Rang.
Die folgenden drei Filme versammelten zwischen 55.000 und 60.000 Besucher: "Die Insel der Abenteuer" belegt nach vorläufigen Zahlen Rang drei, die US-Komödie "Nie wieder Sex mit der Ex " sowie M. Night Shyamalans "The Happening" folgen knapp dahinter.
Zwei Neustarts schafften es in die Top Ten: Die Horrorfilme "Ruinen" (76 Kopien, 15.000 Besucher) und "All the Boys Love Mandy Lane" (89 Kopien, 12.000 Zuschauer) belegen die Plätze acht und neun. Die Highschool-Posse "Charlie Bartlett" erreichte mit 63 Kopien nur etwa 8000 Zuschauer (Platz 13); das spanische Jugenddrama "XXY " lockte 5000 Besucher in 25 Kinos - Platz 18.
Am bisher schwächsten Kinowochenende des Jahres wurden insgesamt nur 600.000 Tickets gelöst.
bor/AP