Box Office: Mächtige Märchenprinzessin - DER SPIEGEL
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Box Office Mächtige Märchenprinzessin

50 Millionen Dollar aus dem Stand, das geht nur mit Märchengestalten: Disneys Prinzessinnen-Schmonzette "Enchanted" ("Verwünscht") war der große Gewinner des Thanksgiving-Wochenendes in den USA. Die deutschen Kinogänger hielten "American Gangster" die Treue.
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Hamburg/Los Angeles - Es erinnert ein bisschen an die großartige Comic-Serie "Fables" von Bill Willingham, verfügt aber kaum über deren anarchischen Witz: In "Enchanted" verschlägt es eine waschechte Märchenprinzessin (Amy Adams) in das reale Manhattan. Verbannt von der bösen Stiefmutter (Susan Sarandon), muss sich das zarte Persönchen auf der Suche nach dem Märchenprinzen in der hektischen Großstadt durchschlagen. Disney startete den Weihnachts-Familienfilm bereits am vergangenen Mittwoch, rechtzeitig zum Thanksgiving-Wochenende in den USA. Seitdem setzte die liebevoll-harmlose Hommage an die klassischen alten Märchenfilme in 3730 Kinos stolze 50 Millionen Dollar um, 35,5 Millionen allein am Wochenende. In Deutschland startet "Enchanted" am 20. Dezember unter dem grammatikalisch fragwürdigen Titel "Verwünscht".

Zauberhaft, ganz zauberhaft: Amy Adams als Prinzessin in "Enchanted"

Zauberhaft, ganz zauberhaft: Amy Adams als Prinzessin in "Enchanted"

Foto: AP

So viel zum programmierten Blockbuster. Als Überraschung hingegen gilt das gute Startergebnis von "This Christmas": Die Weihnachtskomödie über das Festtags-Wiedersehen einer schwarzen Familie setzte seit Mittwoch 27,1 Millionen Dollar um (18,6 Millionen am Wochenende), obwohl die Produktionsfirma Screen Gems den Film in nur 1858 Kinos gestartet hatte. "Die Legende von Beowulf" hielt sich mit 23,3 Millionen Dollar übers Feiertagswochenende auf Rang drei. Dahinter landete mit dem Action-Thriller "Hitman" ein weiterer Neustart: Mit 2457 Kopien spielte die amerikanisch-französische Co-Produktion mit Timothy Olyphant in der Hauptrolle 21 Millionen Dollar ein. "Bee Movie - Das Honigkomplott" setzte am dritten Wochenende 15,9 Millionen Dollar um (gesamt: 112 Millionen) und belegt Rang fünf.

Die restlichen Neustarts mussten sich mit den hinteren Plätzen begnügen: Das New Yorker Liebes-Drama "August Rush" mit Keri Russell startete zwar in 2310 Kinos, schaffte dank übermächtiger Konkurrenz mit 13,3 Millionen Dollar jedoch nur Platz sieben. Die Stephen-King-Verfilmung "The Mist" ("Der Nebel") startete ebenfalls in stattlichen 2423 Kinos, setzte aber trotz King-Routinier Frank Darabont auf dem Regie-Stuhl ("The Green Mile") nur 13 Millionen Dollar um. Der neue Film der Coen-Brüder, "No Country for Old Men", wird in den USA mittlerweile in 860 Kinos gezeigt und setzte am zweiten Wochenende 11 Millionen Dollar um - Rang zehn. Alle Filme der Top Ten setzten jeweils mehr als zehn Millionen Dollar um - eine Premiere in der Aufzeichnung der amerikanischen Box-Office-Ergebnisse. Und ein Indiz für den anhaltend guten Umsatz des amerikanischen Kino-Geschäfts in diesem Herbst.

In den deutschen Kinos waren die ebenfalls zahlreichen Neustarts nicht ganz so erfolgreich. Laut "Blickpunkt: Film" schaffte es keiner von ihnen am Wochenende unter die Top fünf. Den Spitzenplatz sicherte sich erneut Ridley Scotts "American Gangster" , dem 175.000 Zuschauer ausreichten, um die Konkurrenz auf Distanz zu halten. "Die Legende von Beowulf" verteidigte mit 130.000 Zuschauern Platz zwei. Wer in welcher Reihenfolge auf den Plätzen drei bis sechs landete, das war nach den ersten Zählungen am Sonntagabend noch unklar: Die bereits seit mehreren Wochen laufenden "Nach 7 Tagen - Ausgeflittert", "Lissi und der wilde Kaiser", "Ratatouille" und "Die drei ??? - Das Geheimnis der Geisterinsel" hatten jeweils rund 120.000 Zuschauer.

Erst auf dem siebten Platz folgt der erste Neustart: Vanessa Jopps Weihnachtskomödie "Meine schöne Bescherung" mit Martina Gedeck und Heino Ferch war in 220 Kinos zu sehen und von ungefähr 65.000 Kinogängern besucht. Gavin Hoods CIA-Thriller "Machtlos" ("Rendition") lockte in 201 Kinos rund 40.000 Zuschauer an. Und "Persepolis" , Marjane Satrapis Verfilmung ihres eigenen Comics, wurde in 57 Kinos gestartet und kam auf rund 20.000 Zuschauer. Mit 400 Besuchern pro Kopie war das immerhin der beste Zuschauerschnitt unter den Neustarts. Die deutsch-amerikanische Animationskomödie "Es war k'einmal im Märchenland" hingegen floppte: Bei 210 Kopien im Einsatz kam der Weihnachtsspaß nur auf rund 17.000 Zuschauer.

bor/AP

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