Box Office Mit Knete zum Erfolg
Los Angeles/Hamburg - Die Sommerflaute in den Kinos scheint auch in den Herbst zu wehen: Nur drei Filme konnten an diesem Wochenende ein dreistelliges Ergebnis einfahren, darunter zwei Neustarts. "Wallace & Gromit: The Curse of the Were-Rabbit" mit den gleichnamigen Knetfiguren setzte sich mit 16,1 Millionen Dollar an die Spitze der nordamerikanischen Box-Office-Charts; Vorwochensieger "Flight Plan" mit Jodie Foster musste sich mit 10,8 Millionen Dollar und dem zweiten Rang begnügen. Auf Platz drei landete "In Her Shoes". Curtis Hanson führte Regie in der Komödie mit Cameron Diaz, Toni Collette und Shirley Maclaine die Hauptrollen spielen.
"Wallace & Gromit: The Curse of the Were-Rabbit" ist das erste Werk in Spielfilmlänge über das erfinderische Duo nach einer Reihe erfolgreicher Kurzfilme. Erfinder und Kult-Kneter Nick Park führte zusammen mit Steve Box Regie. Nach "Chicken Run" (2000) erobert auch der zweite Animationsfilm mit Knetfiguren die Spitzenposition in den Vereinigten Staaten.
Der deutsche Regisseur Robert Schwentke landete mit seinem Flugzeug-Thriller "Flight Plan" auf Platz zwei. In dem Film verliert Jodie Foster während eines Fluges ihre Tochter und wird in einen terroristischen Akt verstrickt. Mit diesem Wochenende spielte "Flight Plan" bisher über 57 Millionen Dollar ein.
Mit "In Her Shoes" schaffte ein weiterer Neueinsteiger eine Spitzenposition. Der Film über das ungleiche Schwesternpaar Maggie und Rose erreichte den Podiumsplatz mit einem Startergebnis von 10 Millionen Dollar. Die Überraschung des Wochenendes ist "The Gospel" : Rob Hardys Drama ist einer der ersten Mainstream-Filme, die das Thema Kirche in afroamerikanischen Gemeinden thematisiert. Die Geschichte um die soziale Funktion des Glaubens erzielte am Startwochenende 8 Millionen Dollar und Platz fünf - mit nur 969 Kopien. Zum Vergleich: "Wallace & Gromit" spielte in 3500 Kinos.
Auch George Clooneys Independent Film "Good Night, and Good Luck." schlug sich beachtlich. In lediglich elf Kinos gestartet spielte die Biografie des legendären Journalisten Edward R. Murrow 420.000 Dollar ein. Am kommenden Wochenende soll die Kopienzahl deutlich erhöht werden. Mit einem Gesamteinspielergebnis von 60,9 Millionen Dollar war das Wochenende für Studiobosse und Kinobetreiber eher durchwachsen.
Auch in Deutschland sorgte das sonnige Wochenende für einen mäßigen Kinobesuch, auch wenn sieben Filme die Marke von 100.000 Besuchern erreichten. An der Spitze steht wie in der Vorwoche "Jungfrau (40), männlich, sucht" mit 170,000 Zuschauern. Die Komödie von Judd Apatow war schon in den Vereinigten Staaten ein voller Erfolg, der Humor scheint auch in Deutschland gut anzukommen.
Dicht dahinter schaffte es Neustart "The Brothers Grimm" mit 165.000 Besuchern auf Platz zwei. Heath Ledger und Matt Damon verkörpern die Märchenerzähler Jakon und Wilhelm. Ähnlich wie "Shakespeare in Love" finden auch die Gebrüder Grimm in ihrem Leben Inspiration für ihre Geschichten. Da bei Neustarts Previewzahlen noch nachgeliefert werden, könnte das Werk von Terry Gilliam laut Brachendienst "Blickpunkt: Film" nachträglich noch zur Nummer eins des Wochenendes werden.
Als erfolgreichste deutsche Produktion konnte sich erneut "Die weiße Masai" etablieren. 160.000 Zuschauer wollten Nina Hoss an diesem Wochenende sehen, insgesamt bereits 1,3 Millionen. Dagegen scheint die "NVA" auch im Kino unterzugehen: Von 155 auf 202 Kopien aufgestockt, lockte Leander Haußmanns Komödie nur 105.000 Besucher in die Kinos und landete auf Platz fünf, knapp vor Neueinsteiger "Ein Duke kommt selten allein" und "Wächter der Nacht". Insgesamt wurden 1,3 Millionen Tickets verkauft, was einen kleinen Rückgang gegenüber der Vorwoche bedeutet.