Box Office: Mit Rache Kasse machen - DER SPIEGEL
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Box Office Mit Rache Kasse machen

1991 brillierte Regisseur John Singleton mit dem Ghetto-Drama "Boyz 'n the Hood". Jetzt hat er wieder einen packenden Film gedreht: Platz eins der Kinocharts für seinen Rachethriller "Four Brothers". Vergeltung dominierte auch Deutschlands Leinwände: Die Comicadaption "Sin City" führt die Filmhitparade an.
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Mit "Boyz 'n the Hood" schuf er 1991 ein Meisterwerk des afroamerikanischen Kinos und rückte das Elend schwarzer Großstadtjugendlicher in den Blick. 14 Jahre später später hat John Singleton nach Motiven des John-Wayne-Klassikers "Die vier Söhne der Katie Elder" einen Rachethriller gedreht, der es ebenfalls in sich hat: "Four Brothers" handelt von vier ehemaligen Waisenjungen, die die Ermordung ihrer Ziehmutter rächen wollen. 20,7 Millionen Dollar spielte der Film am Startwochenende in den USA ein.

Auf Platz zwei ein besonders krasser Pflegefall: Im nach einer Stephen-King-Vorlage gedrehten Horrorfilm "The Skeleton Key" spielt Kate Hudson eine Krankenschwester, die einen mysteriösen alten Mann betreut. Dessen Haus ist Vodoo-verhext; der gepflegte Horror brachte seinen Machern am Startwochenende 15,8 Millionen Dollar ein.

Zum Gruseln, wenigstens für Cineasten mit hochkulturellem Anspruch, ist auch "Ein Duke kommt selten allein." Über die Filmadaption der gleichnamigen TV-Serie schrieb US-Kritiker Roger Ebert, der Film handle von "zwei Cousins und ihrem Auto, das smarter ist als ihre Besitzer", das Filmblatt "Variety" höhnte: "Laut und schwachsinnig". Letzte Woche noch Spitzenreiter, baute der Klamauk um 58 Prozent ab und kam lediglich auf 13 Millionen Dollar.

Platz vier geht an "Die Hochzeitscrasher", ebenfalls kein Bildungsbürgerfilm, aber wenigstens solide Komödienkost mit Owen Wilson ("Die Royal Tenenbaums") und Vince Vaughn ("Dodge Ball") als Junggesellen auf Brautjungfernfang (12 Millionen Dollar).

Dass Old Europe immer noch für ein paar schäbige Scherze gut ist, beweist die neu gestartete Komödie: "Deuce Bigalow: European Gigolo". Comedy-Star Rob Schneider gibt hier nach "Rent-A-Man" erneut die männliche Prostituierte, die diesmal eine Schule für Gigolos in England besucht. Der Flirt mit dem Schwachsinn brachte immerhin 9,4 Millionen in die Kinokassen.

Trotz Querelen zwischen Verleih und Kinobetreibern ging sie in Deutschland am Wochenende los, die große, stilsichere Metzelei in "Sin City". Die Filmadaption des gleichnamigen Comics von Frank Miller präsentiert eine grundsätzlich verregnete, von Killern, Prostituierten und korrupten Cops bevölkerte Stadt und stach mit 290.000 Besuchern die Animationskomödie "Madagsacar" aus.

Auf Platz drei versuchen sich weiterhin Angelina Jolie und Brad Pitt an der Vermählung von Action und Komödie: "Mr. & Mrs. Smith", ein Krimi um zwei verheiratete Profikiller, kam auf rund 260.000 Zuschauer. Auf Platz vier ebenfalls zwei Hollywood-Lieblinge: Ewan McGregor und Scarlett Johansson im Action-Thriller "Die Insel" (220.000 Zuschauer). Die Top Fünf rundet "Siegfried" ab, die vielleicht argloseste (und sinnfreieste?) Umsetzung des Heldenstoffes, die das Kino je gesehen hat (150.000 Kinogänger).

Neu starteten das Drama "Bin Jip" des südkoreanischen Starregisseurs Kim Ki-duk (17.000 Besucher, Platz zwölf), die Satire "Weltverbesserungsmaßnahmen (7000 Besucher, Platz 16) und der Dokumentarfilm "Inside Deep Throat" (4000 Zuschauer). Ingesamt wurden rund 1,8 Millionen Tickets gelöst.

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