Box Office Piratenschreck gesucht
Los Angeles/Hamburg - Man hatte es nicht anders erwartet, und doch ist das Einspielergebnis der ersten vier Tage von "Pirates of the Caribbean: At World's End" beeindruckend: Allein in den USA setzte das knapp dreieinhalbstündige Finale der Freibeuter-Reihe mit Johnny Depp und Orlando Bloom an den ersten vier Tagen 142,1 Millionen Dollar um, 156,1 Millionen, wenn man die Preview-Zahlen vom vergangenen Donnerstag einrechnet.
In Nordamerika setzt das einen neuen Umsatz-Rekord für das viertägige Memorial-Day-Wochenende. Zuvor dominierte hier der dritte Teil der X-Men-Trilogie mit 122,9 Millionen Dollar die Zahlenspiele. Beinahe hätte "Pirates of the Caribbean: At World's End" auch noch den gerade von "Spider-Man 3" aufgestellten Drei-Tage-Rekord gebrochen, aber der Spinnenmann liegt mit seinem 151,1 Millionen Dollar Startumsatz noch deutlich vorne. Animationsheld "Shrek", der mit seinem dritten Einsatz in der vergangenen Woche mit sagenhaften 122 Millionen Dollar startete, hat in den Geister-Piraten der Karibik jedoch schon seinen Box-Office-Meister gefunden in diesem Sommer der Umsatz-Superlative.
International setzte die Piraten-Sause in den vergangenen vier Tagen 245 Millionen Dollar um, so sich das weltweite Startergebnis von 401 Millionen Dollar durchaus sehen lassen kann - zumal wenn man die immer noch starke Konkurrenz von "Spider-Man 3" (18 Millionen Dollar US-Umsatz in der vierten Woche, Rang drei) und "Shrek 3" (69,1 Millionen Dollar in der zweiten Woche, Rang zwei) und die dank üppiger Überlänge geringere Screening-Zahl bedenkt.
Dabei hat der Blockbuster-Sommer gerade erst begonnen. In den nächsten Wochen laufen mit dem fünften Harry-Potter-Film, dem Science-Fiction-Spektakel "Transformers", dem "Simpsons Movie", "Ocean's Thirteen" sowie "Die Hard 4.0" noch weitere Umsatzgaranten an. Es scheint, als könnte Hollywood schon jetzt über ein Umsatz-Rekordjahr jubeln.
Als einziger Neustart konnte sich der Verschwörungstheorie-Thriller "Bug" unter den Blockbustern behaupten. Der neue Film von Regie-Altmeister William Friedkin mit Ashley Judd und Michael Shannon setzte zwar nur 4,2 Millionen Dollar um (Platz vier), das darf aber angesichts dieser Konkurrenz als Erfolg gelten.
Auch in den deutschen Kinos regieren erwartungsgemäß die Piraten: "Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt" hatte von Donnerstag bis Sonntag laut "Blickpubkt: Film" mindestens 1,6 Millionen Zuschauer. Als erster Film des Jahres schaffte der Hollywood-Blockbuster damit einen Start von mehr als einer Million Besuchern - der beste Filmstart des Jahres. Er löst damit "Spider-Man 3" ab, der vor vier Wochen im Zeitraum von Dienstag bis Sonntag 1,4 Millionen Besucher angelockt hatte.
Platz zwei der deutschen Kinocharts ging an eben jenen "Spider-Man", der nur noch auf etwa 100.000 Zuschauer kam. Der US-Thriller "Das perfekte Verbrechen" folgt mit etwa 65.000 Besuchern, die in Deutschland enorm erfolgreiche Biker-Komödie "Born to Be Wild - Saumäßig unterwegs" kam auf rund 60.000 Kinogänger. Platz fünf teilen sich "Stomp the Yard", "2 Tage Paris" und "Mr. Bean macht Ferien" mit jeweils rund 30.000 Besuchen.
bor/AP