Box Office: Pixars siebter Streich - DER SPIEGEL
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Box Office Pixars siebter Streich

Ein neuer Pixar-Animationsfilm ist eine sichere Sache an der Kinokasse: Wie erwartet hat "Cars" am Wochenende die amerikanischen Box-Office-Charts erobert. Die wenigen deutschen Kinogänger blieben dem "Da Vinci Code" treu.
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Los Angeles/Hamburg - Sechs erfolgreiche Animationsfilme haben Pixar und Disney seit 1995 in die Kinos gebracht. Die Blockbuster-Serie begann 1995 mit "Toy Story" und endete im vergangenen Jahr mit "The Incredibles". Auch die siebte - und letzte - Kooperation des Entertainment-Veteranen mit der Animations-Schmiede soll ordentlich Kasse machen, und nach drei Tagen sieht es auch durchaus so aus, als wenn die Rechnung aufgeht: "Cars"  setzte von Freitag bis Sonntag in den USA 62,8 Millionen Dollar um und verdrängte die Jennifer-Aniston-Komödie "The Break-Up" nach nur einer Woche vom Spitzenplatz der Box-Office-Charts.

Aber es gibt einen Wermutstropfen: Bisher übertrafen sich die jeweils neuesten Pixar-Abenteuer an der Kinokasse immer wieder selbst: Ob "A Bug's Life", "Monster AG" oder "Findet Nemo" - stets legten die animierten Blockbuster noch einmal ein paar Millionen Dollar Startumsatz drauf. "Cars" ist nun der erste, der dieser nach oben zeigenden Kurve eine Delle verpasst. Denn 62 Millionen sind gut, aber nicht besser als "Die Unglaublichen" und "Findet Nemo", die mit jeweils über 70 Millionen Dollar starteten.

Der Grund für den leichten Einbruch könnte die einhellig verhaltene Reaktion der US-Presse sein. Die Kritiker fanden, dass dem neuesten Pixar-Film der Witz und die Originalität früherer Großtaten fehlt, zudem erinnere die Story des Films verdächtig an eine Hollywood-Komödie aus den frühen Neunzigern: "Doc Hollywood" mit Michael J. Fox. "Cars" erzählt die Geschichte eines schnittigen Rennwagens, der in einem kleinen Kaff voller Rostlauben und Normalo-Autos strandet, die ihm zeigen, dass Langsamkeit und Rücksicht durchaus Tugenden sein können. Die Stimmen leihen den Cartoon-Vehikeln unter anderem Owen Wilson und Paul Newman.

Auf Rang zwei fand sich also "The Break-Up"  wieder. 20, 5 Millionen Dollar setzte die romantische Komödie in der zweiten Woche um, insgesamt liegt der Umsatz nach zehn Tagen bei stolzen 74,1 Millionen Dollar. Platz drei ging an die Comic-Adaption "X-Men: The last Stand"  (15,55 Millionen Dollar, gesamt: 201,7 Millionen).

Noch vor dem "Da Vinci Code", der in seiner vierten Woche 10,3 Millionen Dollar (gesamt: 189 Millionen, weltweit: 642 Millionen) umsetzte, platzierte sich der Neustart "Das Omen" , ein Remake des gleichnamigen Horror-Schockers aus den Achtzigern mit Liev Schreiber und Julia Stiles. Der Gruselfilm über ein dämonisches Kind, der marketinggerecht am 6.06.06 startete, setzte am Wochenende 15,45 Millionen Dollar um, kommt aber durch den frühen Start auf ein Gesamtergebnis von 35,7 Millionen.

Ein solides Startergebnis konnte auch Robert Altmans neuer Film "A Prairie Home Companion"  vorweisen. Die Hommage an alte Radio-Zeiten startete mit limitierter Kopienzahl (760 Leinwände), konnte aber trotzdem 4,7 Millionen Dollar einspielen und landete damit auf Platz sieben der Charts.

Die Top 12 der Box-Office-Charts setzten übers Wochenende insgesamt 148,8 Millionen Dollar um, acht Prozent mehr als am selben Wochenende vor einem Jahr.

Deutsche Kinobetreiber rechnen derweil mit einem empfindlichen Einbruch während der Fußball-Weltmeisterschaft. Tatsächlich sank die Zahl der Kinogänger laut "Blickpunkt: Film" von 1,9 Millionen am vorvergangenen Wochenende auf 500.000 bis 550.000 am vergangenen. Das sommerliche Wetter dürfte ein Übriges zur Kinoflucht der Deutschen getan haben.

So hielt sich lediglich der "Da Vinci Code " mit einem ordentlichen Ergebnis über Wasser und verteidigte mit 150.000 Zuschauern zum vierten Mal in Folge den Spitzenplatz der Kinocharts. Platz zwei geht ersten Schätzungen zufolge knapp an das mit 310 Kopien gestartete Horror-Remake "Das Omen", das in etwa genauso viele Zuschauer gehabt haben dürfte wie "X-Men: Der letzte Widerstand", nämlich rund 75.000. Der Disney-Animationsfilm "Tierisch wild" rangiert mit nur 40.000 Zuschauern auf Platz vier, gefolgt von "Date Movie" (30.000 Kinogänger).

Neu in den Top Ten ist neben "Das Omen" die Komödie "Französisch für Anfänger", die bei 151 Kopien auf rund 25.000 Besucher kam. Ein weiterer Neustart schaffte es in den erlesenen Kreis der Top 20: Der japanische Zeichentrickfilm "Das Schloss im Himmel" (66 Startkopien) kam mit etwa 5000 Zuschauern auf Platz 16.

bor/ap

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