Box Office Rabatz mit Campingplatz
In den achtziger und neunziger Jahren gehörte er zu den ersten Komikern Amerikas und brillierte dazu im ernsten Fach. Ob Transgender-Klamauk ("Ms. Doubtfire"), Therapie-Drama ("Good Will Hunting") oder Schwulen-Posse ("Birdcage"): Robin Williams bewegte sich souverän zwischen den Stillagen und Genres. Zuletzt machte sich der Star als Krankenhaus-Clown "Patch Adams" zur Witzfigur. Jetzt kehrt er als urlaubender Wirrkopf ins Komödienfach zurück - und verwandelt in "Die Chaoscamper" einen Camping- in einen Rummelplatz. Nummer eins der US-Kinocharts für die von Barry Sonnenfeld ("Men in Black") inszenierte Komodie (16, 4 Millionen Dollar Einspielergebnis).
Auf Platz zwei: Das viel diskutierte Drama "Flug 93". Paul Greengrass' Bearbeitung der 11.-September-Katastrophe kam auf 11,6 Millionen Dollar. Mit Hollywood-untypischer Differenziertheit erzählt der Film von den Passagieren des Flugs U93, die sich gegen ihre Geiselnehmer wehrten und beim Absturz in Pennsylvania starben.
Platz drei: Das neu gestartete Sport-Drama "Stick it", das die alte Geschichte vom einfühlsamen Coach und dem konfliktbeladenen Athleten diesmal im Turner-Milieu durchspielt. 11,2 Millionen für den mit Jeff Bridges und Missy Peregrym besetzten Film. Dazu geistert zweimal Horror durch die amerikanischen Top Ten: der von der Kritik geschmähte Spukstadt-Thriller "Silent Hill" (Großrezensent Roger Ebert sah sich außerstande, den wirren Plot wiederzugeben) und die todkomische Gruselparodie "Scary Movie 4" (7,8 Millionen Dollar).
Deutsche Kinogeher erwärmten sich weiterhin für "Ice Age 2 - jetzt taut's" (440.000 Besucher); es folgen "Scary Movie 4" und der neu gestartete Horrorschocker "Hostel". 275.000 Zuschauer hatten Lust auf Körperkultur der umstrittenen Art: In Eli Roths Film bezahlen reiche Geschäftleute für Foltern unschuldiger Teenager.
Unter die Haut geht auch "Bambi 2", ebenfalls neu gestartet mit 444 Kopien. 85.000 Zuschauer verfolgten das Coming-of-age-Abenteuer des erfolgreichsten Rehkitz des Kinos. Schlusslicht der Top Fünf: Die Komödie "FC Venus", die im Medium des Fußballmatchs den Geschlechterverhältnissen Beine machen will (70.000 Besucher).