Box Office Rennfahrer und andere Helden
Los Angeles/Hamburg - Auch an ihrem zweiten Wochenende dominierte Will Ferrells Rennfahrer-Actionkomödie "Talladega Nights: The Ballad of Ricky Bobby" das amerikanische Box Office. Nach geschätzten 23 Millionen Dollar Umsatz am vergangenen Wochenende steht der Film über einen Nascar-Fahrer kurz vor dem Sprung über die 100-Miillionen-Dollar-Marke. Eine Überraschung gab es auf Platz zwei der nordamerikanischen Kino-Charts: Disneys Teenager-Tanzfilm "Step Up" spielte dank massiver Werbe-Propaganda im Musikfernsehen 21 Millionen Dollar ein und verbannte damit Oliver Stones "World Trade Center" auf Rang drei.
Das ebenfalls von reichlich Medienrummel begleitete Rührstück über zwei am 11. September 2001 verschüttete Polizisten der Port Authority setzte 19 Millionen Dollar um. Seit seinem Start am vergangenen Mittwoch spielte der Film 26,8 Millionen Dollar ein. Für Oliver Stone, Regisseur kontroverser Kinodramen wie "JFK", "Platoon" und "Wall Street", ist es das bisher beste Startergebnis in seiner Karriere. Die Aktualität der vereitelten Terroranschläge von London hat entgegen der Erwartungen amerikanischer Kinoexperten nicht dafür gesorgt, dass das Publikum dem 9/11-Drama fernblieb.
Der Animationsfilm "Barnyard" verteidigte mit 10,1 Millionen Dollar Platz vier. Komplettiert werden die US-Top-Fünf von dem Neustart "Pulse". Der von Wes Craven geschriebene Horrorfilm spielt mit Motiven, die arg an Stephen Kings jüngsten Bestseller "Cell" erinnern, und spielte 8,5 Millionen Dollar ein. Tim Allens neu gestartete Superhelden-Parodie "Zoom" landete mit 4,6 Millionen Dollar nur auf Rang sieben.
Wenig Änderungen gab es an der deutschen Kinokasse, wo seit nunmehr drei Wochen die "Pirates of the Carribbean 2" herrschen und inzwischen die Fünf-Millionen-Zuschauer-Hürde durchbrochen haben. Rund 615.000 Zuschauer konnte der Piraten-Blockbuster am Wochenende zu seiner Gesamtbesucherzahl hinzufügen und war damit laut "Blickpunkt: Film" mehr als doppelt so zugkräftig wie sein ärgster Konkurrent, die in 343 Kinos neu angelaufene Beziehungskomödie "Trennung mit Hindernissen" mit Jennifer Aniston und Vince Vaughn, die auf rund 275.000 Besucher kam.
"Hui Buh, das Schlossgespenst" sicherte sich mit knapp 190.000 Zuschauern den dritten Platz und nähert sich der Zwei-Millionen-Zuschauer-Marke. Der US-Animationsfilm "Ab durch die Hecke" hält nach weiteren 175.000 Besuchern Kurs auf die Drei-Millionen-Besucher-Hürde und ist der bisher vierterfolgreichste Film des Jahres. "Urmel aus dem Eis" belegte mit ungefähr 115.000 Besuchern Platz fünf. Weiterhin gut im Rennen ist Pedro Almodóvars "Volver", der - inzwischen mit 115 Kopien im Einsatz - knapp 100.000 Zuschauer anlockte. Der neu gestartete Thriller "Open Water 2" (80 Kopien) landete mit 30.000 Besuchern auf Platz zehn.
Ungewiss ist zum jetzigen Zeitpunkt, wie "Garfield 2" abgeschnitten hat: Bis heute Mittag hatten laut "Blickpunkt: Film" nicht genügend Kinos ihre Zahlen für den mit 604 Kopien gestarteten Film gemeldet, so dass es keine zuverlässige Hochrechnung gibt. Das Branchenmagazin rechnet mit bis zu 300.000 Besuchern.
bor/AP